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Hackerangriff auf Thomas Lloyd: Daten im Darknet veröffentlicht

Hackergruppe „Cactus“ behauptet, sensible Informationen erbeutet zu haben – Unternehmen dementiert den Vorfall

Hackerangriff auf Thomas Lloyd: Daten im Darknet veröffentlicht

Das Investmenthaus Thomas Lloyd, das sich auf nachhaltige Projekte wie Solarkraftwerke spezialisiert hat, steht derzeit im Fokus eines mutmaßlichen Cyberangriffs. Die Hackergruppe „Cactus“ behauptet, 2,4 Terrabyte interner Daten erbeutet zu haben und droht mit deren Veröffentlichung, falls das Unternehmen keine Lösegeldzahlung leistet. Unter den veröffentlichten Daten soll sich auch eine Kopie des Reisepasses von Michael Sieg, dem Vorstandsvorsitzenden von Thomas Lloyd, befinden. Die Hacker veröffentlichen zudem einen Verzeichnisbaum, der auf zahlreiche vertrauliche Dokumente hindeuten soll, darunter Kunden- und Mitarbeiterinformationen.

Thomas Lloyd bestreitet jedoch jeglichen Vorfall und äußert sich zuversichtlich, dass ihre IT-Infrastruktur ausreichend gegen Angriffe geschützt sei. Matthias Klein, Europa-Chef des Unternehmens, erklärte, dass es keinen Cyberangriff gegeben habe und keine Daten abgeflossen seien. Zudem seien die veröffentlichten „Datenproben“ im Darknet nicht bestätigt und das Unternehmen habe keine Kenntnis darüber, welche Informationen dort zu finden seien. Auch eine Ransomware-Attacke, bei der Systeme verschlüsselt und Lösegeldforderungen gestellt werden, wird von Thomas Lloyd ausgeschlossen.

Die Hacker drohen jedoch weiterhin, dass die gestohlenen Daten veröffentlicht werden könnten, sollten die Forderungen nicht erfüllt werden. Sie gewähren den Betroffenen eine Frist von drei Tagen, um Kontakt aufzunehmen und eine Vereinbarung zu treffen. Als Bezahlung akzeptieren sie nur Kryptowährungen, um die Anonymität zu gewährleisten. Bereits veröffentlichte Dokumente im Darknet deuten laut den Hackern auf Verträge mit Geschäftspartnern und Mitarbeiterdokumente hin, deren Echtheit schwer in Frage zu stellen sei.

Die Gruppe „Cactus“ ist nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) seit März 2023 aktiv und spezialisiert auf Ransomware-Attacken. In einigen Fällen sollen die Angreifer sogar direkt an Stakeholder der betroffenen Unternehmen herantreten, um den Erpressungsdruck zu erhöhen. Ein prominentes Beispiel für einen erfolgreichen Angriff ist der französische Konzern Schneider Electric, bei dem die Hacker 1,5 Terrabyte an Daten erbeutet haben sollen.

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