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Hacker greifen Microsofts SharePoint-Software an

Tausende Unternehmen weltweit bedroht – deutsche IT-Sicherheit weist weiter erhebliche Lücken auf

Hacker greifen Microsofts SharePoint-Software an

Hacker nutzen derzeit gezielt eine Schwachstelle in Microsofts Software SharePoint, um sich unbefugt Zugang zu sensiblen Daten zu verschaffen. Laut der US-amerikanischen Behörde für Cybersicherheit und Infrastruktursicherheit (CISA) verschaffen sich die Angreifer durch sogenannte „Spoofing“-Techniken Zugriff auf lokale SharePoint-Server. Dabei können sie ihre Identität verschleiern und sich als vertrauenswürdige Nutzer ausgeben. Microsoft hat bereits ein Sicherheitsupdate veröffentlicht, das die bekannt gewordene Lücke schließen soll, während parallel weitere Patches in Arbeit sind. Die Cloud-Variante SharePoint Online ist von der Attacke nicht betroffen.

Das Ausmaß der Attacke ist weltweit, mit einem Schwerpunkt in den USA, den Niederlanden, Großbritannien und Kanada. Mehr als 10.000 Unternehmen seien nach Einschätzung des Cybersicherheitsforschers Silas Cutler gefährdet. Ob und in welchem Umfang auch deutsche Unternehmen und Behörden betroffen sind, ist bislang nicht geklärt. Klar ist jedoch, dass der Vorfall erneut Schwächen in der IT-Sicherheit offenlegt.

Der Digitalverband Bitkom mahnt seit Langem, dass es in Deutschland noch erheblichen Nachholbedarf im Bereich Cybersicherheit gibt. Zwar sei das Bewusstsein in den vergangenen Jahren gestiegen, doch grundlegende Schutzmaßnahmen würden häufig vernachlässigt. Standardpasswörter, die nie geändert werden, fehlende Zwei-Faktor-Authentifizierung und ungetestete Notfallpläne seien laut Bitkom keine Seltenheit. Besonders gefährdet seien Einrichtungen der kritischen Infrastruktur, etwa im Gesundheitswesen.

Microsoft selbst steht ebenfalls seit Jahren im Fokus von Hackern. Nach mehreren prominenten Sicherheitsvorfällen hat das Unternehmen begonnen, seine Sicherheitsstrategie zu überarbeiten. Dazu wurden Führungskräfte mit Regierungserfahrung eingestellt und regelmäßige Treffen der Konzernspitze eingeführt. Bereits 2023 hatte das vom Weißen Haus eingesetzte Cyber Safety Review Board die Sicherheitskultur von Microsoft scharf kritisiert. Ein früherer Angriff durch chinesische Hacker auf die Cloud-Maildienste des Unternehmens hatte unter anderem 22 Organisationen und zahlreiche Einzelpersonen betroffen.

Aktuell stuft das Cybersicherheitsunternehmen Palo Alto Networks die Bedrohung durch die SharePoint-Schwachstelle als real und aktiv ausgenutzt ein. Auch Google bestätigt Angriffe durch Hackergruppen, die sich über die Schwachstelle dauerhaften und nicht authentifizierten Zugriff verschaffen. Laut Berichten der „Washington Post“ sind in den USA staatliche Stellen, Universitäten, Energieunternehmen sowie ein asiatischer Telekommunikationsanbieter betroffen. Die genaue Urheberschaft und Motivation der Angreifer ist bislang unklar.

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