GSK setzt auf Blockbuster-Potenzial bei neuer Krebstherapie Mo-rez
Frühe Studiendaten zeigen bei gynäkologischen Krebsarten beeindruckende Ansprechraten – GSK sieht enormes Umsatzpotenzial.

Der britische Pharmariese GSK hat vielversprechende frühe Daten für sein Krebsmedikament Mo-rez präsentiert und zeigt sich überzeugt vom kommerziellen Potenzial des Wirkstoffs. „Glauben wir, dass es ein Blockbuster wird? Ja, absolut", sagte Hesham Abdullah von GSK in einem Telefonat mit Journalisten. Die Daten wurden am Sonntag auf einer medizinischen Fachkonferenz in Puerto Rico vorgestellt.
Die ersten Ergebnisse konzentrierten sich auf den Anteil der Patienten, die eine signifikante Verringerung der Tumorgröße von mindestens 30 Prozent erreichten. Bei platinresistentem Eierstockkrebs – einer besonders schwer behandelbaren Form der Erkrankung – erreichten 62 Prozent der Patienten diesen Schwellenwert. Bei Endometriumkarzinomen, also Gebärmutterkörperkrebs, lag die Ansprechrate sogar bei 67 Prozent.
Was ist Mo-rez und wie wirkt es?
Mo-rez gehört zur Klasse der sogenannten Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, kurz ADC. Diese Therapieform verbindet einen zielgerichteten Antikörper mit einem zytotoxischen Wirkstoff und ermöglicht so eine präzise Bekämpfung von Krebszellen. Mo-rez zielt dabei spezifisch auf das Protein B7H4 ab, das auf gynäkologischen Krebszellen vorkommt, in gesundem Gewebe jedoch weitgehend fehlt. Diese Selektivität ist ein entscheidender Vorteil gegenüber klassischen Chemotherapien, die deutlich weniger zielgenau wirken.
GSK hat das Medikament im Jahr 2023 von der chinesischen Hansoh Pharma lizenziert und seitdem konsequent in die klinische Entwicklung investiert. Abdullah bezeichnete Mo-rez als „eines unserer vorrangigen Projekte" zum jetzigen Zeitpunkt – ein klares Signal für die strategische Bedeutung des Wirkstoffs innerhalb des GSK-Portfolios.
Wachsender Markt für ADC-Therapien
Der globale Markt für ADC-Behandlungen wächst rasant. Prognosen zufolge soll er bis 2030 ein Volumen von 31 Milliarden US-Dollar erreichen. Für Anleger und Branchenbeobachter ist dies ein bedeutender Wachstumsmarkt, in dem sich GSK mit Mo-rez frühzeitig positioniert. Analysten haben angesichts der noch frühen Studiendaten bislang jedoch noch keine konkreten Umsatzprognosen für Mo-rez erstellt.
GSK testet Mo-rez derzeit in zwei Studien der Spätphase bei Eierstock- und Endometriumkarzinomen. Zusätzlich plant das Unternehmen, in den kommenden Monaten drei weitere Studien zu starten – ein Tempo, das die neue strategische Ausrichtung unter CEO Luke Miels widerspiegelt. Miels, der sein Amt im Januar antrat, hat angekündigt, die Entwicklung neuer Medikamente zu beschleunigen.
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Zur AktienanalyseNeuer Schwung für GSKs Onkologiegeschäft
Die Daten zu Mo-rez verleihen dem schnell wachsenden Onkologiegeschäft von GSK weiteren Auftrieb. Abdullah betonte, dass sich der neue Kurs des Unternehmens bereits in der Produktentwicklung bemerkbar mache: „Ich denke, das spiegelt sich in dem Tempo wider, das Sie beobachten können, und in der Überzeugung, mit der wir unsere Programme vorantreiben."
Für deutsche Privatanleger, die GSK im Blick haben, sind die frühen Daten ein positives Signal. Allerdings gilt es zu beachten, dass sich Ergebnisse aus frühen Studienphasen nicht immer in späteren, größeren Studien bestätigen lassen. Die laufenden Spätphasenstudien werden zeigen, ob Mo-rez das Blockbuster-Potenzial tatsächlich einlösen kann.


