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Größter Vermögenstransfer der Geschichte: Steuern und Pflegekosten bedrohen Erbe

Babyboomers haben über Jahrzehnte enormes Vermögen aufgebaut – doch Steuern und Pflegeheimkosten könnten Erben leer ausgehen lassen.

Größter Vermögenstransfer der Geschichte: Steuern und Pflegekosten bedrohen Erbe

Der größte Vermögenstransfer in der Geschichte der Menschheit vollzieht sich gerade jetzt – innerhalb amerikanischer Familien. Die Babyboomer-Generation hat über vier Jahrzehnte hinweg durch starke Aktienmärkte, steigende Immobilienwerte und Pensionsleistungen erhebliches Vermögen angehäuft. Das Geld ist vorhanden. Die entscheidende Frage lautet jedoch: Wie viel davon kommt tatsächlich bei den Erben an?

Genau das ist der Kern einer wachsenden Debatte in den USA, die auch für deutsche Anleger und Sparer mit Blick auf internationale Vermögensplanung hochrelevant ist. Denn zwischen dem aufgebauten Vermögen und dem, was die nächste Generation letztlich erhält, stehen zwei mächtige Gegner: der Fiskus und die Pflegekosten.

Steuerfallen und Pflegekosten als größte Risiken

Zu den größten Gefahren für das Familienerbe zählen laut dem Bericht von MarketWatch vor allem zwei Bereiche. Erstens die steuerliche Belastung – insbesondere durch sogenannte IRA-Konten (Individual Retirement Accounts), die in den USA als wichtigstes privates Altersvorsorgevehikel gelten. Werden diese Konten vererbt, können erhebliche Steuerlasten entstehen, die den Wert des Erbes deutlich schmälern.

Zweitens drohen Kürzungen bei Medicaid – dem staatlichen US-Gesundheitsprogramm für einkommensschwache Personen – sowie hohe Pflegeheimkosten. Diese können das über Jahrzehnte aufgebaute Vermögen im Alter rasch aufzehren, bevor überhaupt etwas an die nächste Generation weitergegeben werden kann.

Für deutsche Leser lohnt sich ein Vergleich: Auch hierzulande stellen Pflegekosten und Erbschaftsteuer reale Risiken für den Vermögenserhalt dar. Die Grundproblematik – dass staatliche Abgaben und Pflegeaufwendungen das Erbe erheblich reduzieren können – ist keineswegs ein rein amerikanisches Phänomen.

Vier Jahrzehnte Vermögensaufbau stehen auf dem Spiel

Die Babyboomer-Generation, also die zwischen etwa 1946 und 1964 Geborenen, hat von einem außergewöhnlich günstigen wirtschaftlichen Umfeld profitiert. Jahrzehntelange Aktienhausse, ein massiver Anstieg der Immobilienpreise und solide Betriebsrenten haben dazu geführt, dass diese Generation kollektiv ein historisch einmaliges Vermögen angehäuft hat.

Dieses Vermögen steht nun vor dem Generationenwechsel. Experten sprechen vom „Great Wealth Transfer", dem großen Vermögenstransfer, der in den kommenden Jahren und Jahrzehnten stattfinden wird. Doch der Weg von der einen zur nächsten Generation ist mit Hindernissen gepflastert – und wer nicht rechtzeitig plant, riskiert, dass ein erheblicher Teil des Vermögens nicht bei der Familie, sondern beim Staat oder in Pflegeeinrichtungen landet.

Die zentrale Botschaft des MarketWatch-Berichts ist klar: Das Vermögen ist real, die Risiken sind es aber ebenso. Wer sein Erbe schützen möchte, muss sich frühzeitig mit den steuerlichen und pflegerischen Fallstricken auseinandersetzen – und entsprechend vorsorgen.

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