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Großbritanniens Neuverschuldung sinkt um fast 20 Milliarden Pfund

Die britische Staatsverschuldung fiel im Fiskaljahr bis März auf 132 Milliarden Pfund – den niedrigsten BIP-Anteil seit 2019.

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Großbritanniens Neuverschuldung sinkt um fast 20 Milliarden Pfund

Die britische Neuverschuldung ist im Fiskaljahr bis März 2026 deutlich gesunken. Laut dem Statistikamt Office for National Statistics (ONS) verringerte sich die staatliche Kreditaufnahme um 19,8 Milliarden Pfund auf insgesamt 132 Milliarden Pfund. Damit lag der Wert knapp unter der Prognose der unabhängigen Haushaltsbehörde Office for Budget Responsibility (OBR), die 132,7 Milliarden Pfund vorhergesagt hatte.

Die Neuverschuldung misst die Differenz zwischen den staatlichen Ausgaben und den Steuereinnahmen. Leitender ONS-Statistiker Tom Davis erklärte: „Obwohl die Ausgaben in diesem Geschäftsjahr gestiegen sind, wurde dies durch höhere Einnahmen mehr als ausgeglichen." Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag die Kreditaufnahme bei 4,3 Prozent – der niedrigste Stand seit dem Fiskaljahr 2019/20, also unmittelbar vor der Covid-Pandemie.

Auch der Monatswert für März fiel positiv aus: Mit 12,6 Milliarden Pfund lag die Kreditaufnahme zwar leicht über den Analystenerwartungen, war jedoch um 1,4 Milliarden Pfund niedriger als im Vorjahresmonat. Es handelte sich damit um die niedrigste März-Verschuldung seit dem Jahr 2022.

Regierung sieht Kurs bestätigt

Staatssekretär im Finanzministerium James Murray wertete die Zahlen als Erfolg der Haushaltspolitik. „Unser Defizit ist dank unseres Plans zur Senkung der Kreditaufnahme um 19,8 Milliarden Pfund gesunken", sagte Murray. „In einer volatilen Welt sind die Entscheidungen, die wir treffen, die richtigen, um die Kosten niedrig zu halten, unsere Energiesicherheit zurückzugewinnen und die Neuverschuldung sowie die Gesamtschulden zu senken."

Die positive Entwicklung steht jedoch unter Vorbehalt. Ökonomen warnen vor einer möglichen Trendwende im laufenden Fiskaljahr, da die Auswirkungen des Iran-Krieges auf die britische Wirtschaft noch nicht vollständig eingepreist seien.

Experten warnen vor steigender Kreditaufnahme

Ruth Gregory, stellvertretende Chefökonomin für Großbritannien beim Analysehaus Capital Economics, zeigte sich skeptisch, ob die Verbesserung von Dauer sein wird. Sie erwarte „nicht, dass diese Verbesserung lange anhält", und betonte, dass die vollen Auswirkungen des durch den Konflikt verursachten Energiepreisschocks „noch bevorstehen".

Gregory prognostiziert für das laufende Fiskaljahr einen Anstieg der Kreditaufnahme auf rund 145 Milliarden Pfund. Als Haupttreiber nennt sie eine Kombination aus drei Faktoren:

  • Gezielte Energiepreissubventionen in Höhe von insgesamt rund 20 Milliarden Pfund
  • Anhaltend hohe Zinssätze
  • Eine schwächelnde britische Wirtschaft

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die britische Haushaltslage von Bedeutung, da Großbritannien als wichtiger Handelspartner und Finanzplatz eng mit dem europäischen Wirtschaftsraum verflochten bleibt. Steigende Staatsschulden könnten den Druck auf das britische Pfund erhöhen und die Zinspolitik der Bank of England beeinflussen – mit möglichen Rückwirkungen auf europäische Märkte.

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