Großbritannien verschärft Sanktionen gegen Russlands Ölsektor
Weitere Energieunternehmen und internationaler Rohstoffhändler auf Sanktionsliste

Die britische Regierung hat am Donnerstag weitere Sanktionen gegen den russischen Energiesektor verhängt und damit den wirtschaftlichen Druck auf Moskau im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine ausgeweitet. Betroffen sind nach Angaben aus London insgesamt 24 Personen und Unternehmen, darunter mehrere bislang nicht sanktionierte russische Ölkonzerne. Ziel der Maßnahmen ist es, Russlands Möglichkeiten einzuschränken, Rohöl auf den internationalen Märkten zu handeln und damit Einnahmen zu erzielen.
Zu den neu gelisteten Unternehmen zählen Tatneft, Russneft, NNK-Oil und Rusneftegaz. Die britische Regierung bezeichnete sie als die größten verbliebenen russischen Ölgesellschaften, die bislang nicht unter westlichen Sanktionen standen. Bereits im Oktober hatten Großbritannien und die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen die beiden größten russischen Ölproduzenten Lukoil und Rosneft verhängt. Mit dem aktuellen Schritt soll diese Linie fortgesetzt und geschlossen werden.
Parallel zu den britischen Maßnahmen hat die Europäische Union ebenfalls neue Sanktionen beschlossen. Am selben Tag wurden weitere 41 Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte sanktioniert. Diese Flotte wird von westlichen Regierungen beschuldigt, bestehende Handelsbeschränkungen zu umgehen und russisches Öl weiterhin zu transportieren. Russland hat Sanktionen aus Europa und Nordamerika in der Vergangenheit wiederholt als politisch motiviert zurückgewiesen.
Teil des britischen Sanktionspakets ist auch der kanadisch-pakistanische Unternehmer Murtaza Lakhani. Er war zuvor bereits von der Europäischen Union sanktioniert worden. Nach Darstellung der britischen Regierung sollen Lakhani und seine Unternehmen seit 2022 zu den größten Händlern von russischem Öl gehören. Lakhani wies diese Vorwürfe zurück. Sein Unternehmen Mercantile & Maritime erklärte, er besitze oder kontrolliere keine Schattenflotte von Schiffen, die russische Erdölprodukte unter Umgehung geltender Sanktionen handelten.
Lakhani, 63 Jahre alt, begann seine Karriere beim Rohstoffhändler Glencore und leitet heute Mercantile & Maritime, ein mittelgroßes Handelsunternehmen mit Niederlassungen in Singapur und London. Das Unternehmen kündigte an, rechtlich gegen die Sanktionsentscheidungen der EU und Großbritanniens vorzugehen und diese anzufechten.
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Zur AktienanalyseDarüber hinaus teilte die britische Regierung mit, sie nutze Sanktionen auch, um Lieferketten in Zentralasien ins Visier zu nehmen. Konkret geht es um Baumwollzellstoff, der als wichtiger Bestandteil für Munition, Sprengstoffe und Raketentreibstoff gilt und nach britischer Einschätzung von Russland nicht in ausreichendem Umfang selbst produziert werden kann.


