Großbritannien und Polen schließen Verteidigungs- und Sicherheitspakt gegen Russland
Premierminister Starmer und Polens Regierungschef Tusk unterzeichnen in London ein wegweisendes Abkommen gegen russische Bedrohungen.

Großbritannien und Polen stehen unmittelbar vor dem Abschluss eines neuen Verteidigungs- und Sicherheitspakts. Premierminister Keir Starmer wird die Vereinbarung mit seinem polnischen Amtskollegen Donald Tusk bei einem Treffen in London am Mittwoch finalisieren. Dies geht aus einer offiziellen Mitteilung von 10 Downing Street hervor.
Die beiden NATO-Verbündeten reagieren damit auf die wachsende Bedrohung durch Russland. Der Pakt soll die sicherheitspolitische Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern auf eine neue Grundlage stellen. Polen gilt als einer der engagiertesten Verbündeten im Umgang mit der russischen Bedrohung an der NATO-Ostflanke.
Hybride Angriffe im Fokus
Neben dem formellen Pakt beabsichtigen Starmer und Tusk, die zunehmenden sogenannten hybriden Angriffe zu erörtern. Darunter fallen von Russland in Auftrag gegebene Brandanschläge in London sowie Brände in Frachtzentren in Birmingham und anderen Teilen Europas. Auch Cyberangriffe und Spionageaktivitäten stehen auf der Agenda der Gespräche.
Hybride Kriegsführung bezeichnet eine Kombination aus konventionellen und unkonventionellen Methoden, die darauf abzielen, gegnerische Staaten zu destabilisieren, ohne eine offene militärische Konfrontation auszulösen. Russland wird von westlichen Geheimdiensten seit Jahren verdächtigt, solche Taktiken systematisch gegen NATO-Mitglieder einzusetzen. Die jüngsten Vorfälle auf britischem Boden haben die Debatte über den Umgang mit dieser Bedrohungsform neu entfacht.
Strategische Bedeutung für Europa
Polen nimmt innerhalb der NATO eine besondere Stellung ein: Als direkter Nachbar der Ukraine und des russischen Verbündeten Belarus ist das Land besonders exponiert. Warschau hat in den vergangenen Jahren massiv in seine Verteidigungskapazitäten investiert und gilt als einer der ausgabefreudigsten Verteidigungshaushalte im Bündnis. Eine engere Zusammenarbeit mit Großbritannien stärkt die Sicherheitsarchitektur an der östlichen Flanke des Bündnisses.
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Zur AktienanalyseFür Großbritannien ist der Pakt auch ein Signal nach dem Brexit: London bemüht sich, trotz des Ausscheidens aus der Europäischen Union ein verlässlicher Sicherheitspartner auf dem europäischen Kontinent zu bleiben. Bilaterale Verteidigungsabkommen mit EU-Mitgliedern wie Polen sind dabei ein zentrales Instrument der britischen Außenpolitik unter Premierminister Starmer.
Das Treffen in London findet vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen in Europa statt. Der Krieg in der Ukraine, russische Desinformationskampagnen und die Häufung hybrider Vorfälle in mehreren NATO-Staaten haben die Dringlichkeit engerer Sicherheitskooperation unterstrichen. Der britisch-polnische Pakt sendet ein klares Signal der Entschlossenheit beider Länder, diesen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen.


