Großbritannien rettet letzte Stahlhochöfen mit Treibstoff
Regierung übernimmt Kontrolle und sichert Rohstoffversorgung für Schlüsselindustrien

Großbritannien hat eine Treibstofflieferung gesichert, um den Weiterbetrieb der letzten Hochöfen zur Stahlherstellung im Land für mindestens einige Wochen zu gewährleisten. Damit unternimmt die Regierung einen weiteren Schritt im Bemühen, die Produktion von Primärstahl im eigenen Land zu retten. Die Öfen befinden sich in Scunthorpe im Nordosten Englands und sind derzeit stark defizitär. Dennoch gelten sie als kritisch für die Versorgung verschiedener Schlüsselindustrien wie Bahn, Bau und Automobil.
Die Hochöfen benötigen eine durchgehende Versorgung mit Koks und Eisenerz, da sie nach einer Stilllegung nur schwer wieder angefahren werden können. Ohne funktionierende inländische Hochöfen wäre das Vereinigte Königreich auf Stahlimporte angewiesen, was angesichts globaler Handelskonflikte und geopolitischer Unsicherheiten als problematisch gilt. Der Weiterbetrieb soll daher auch einen Beitrag zur wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Stabilität leisten.
Am Samstag hatte die britische Regierung ein Notstandsgesetz verabschiedet, um die Kontrolle über den Standort von dem chinesischen Eigentümer Jingye Group zu übernehmen. Seitdem wurde fieberhaft daran gearbeitet, die nötigen Rohstoffe heranzuschaffen. Die nun gesicherte Lieferung wurde ursprünglich aus den Vereinigten Staaten importiert und im Hafen von Immingham eingelagert. Die Bezahlung der Ware ist nach Angaben der Regierung erfolgt.
Wirtschaftsminister Jonathan Reynolds kündigte an, persönlich nach Immingham zu reisen, um die Verladung der Materialien zu beobachten. Er betonte, dass die heimische Stahlproduktion für die Infrastrukturpläne des Landes von zentraler Bedeutung sei. Die Verluste der Anlage beziffern sich derzeit auf etwa 700.000 Pfund täglich. Dennoch sieht die Regierung in der Weiterführung des Betriebs einen strategisch notwendigen Schritt.
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Zur AktienanalyseNeben der amerikanischen Lieferung ist auch ein weiteres Schiff aus Australien auf dem Weg nach Großbritannien. Es transportiert ebenfalls Koks und Eisenerz. Der Weg dafür wurde nach der Klärung eines Rechtsstreits und einer entsprechenden Zahlung durch die Regierung freigemacht. Damit ist zunächst die Versorgung der Hochöfen für die kommenden Wochen gesichert.


