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Großbritannien plant neutrale E-Zigaretten-Verpackungen zum Kinderschutz

Das Vereinigte Königreich will E-Zigaretten durch schlichte Verpackungen und Namensverbote für Kinder unattraktiver machen.

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Großbritannien plant neutrale E-Zigaretten-Verpackungen zum Kinderschutz

Das Vereinigte Königreich hat im Rahmen eines landesweiten Konsultationsverfahrens weitreichende Pläne vorgestellt, um die Vermarktung von E-Zigaretten an Kinder zu unterbinden. Geplant sind neutrale Verpackungen, das Verbot verlockender Geschmacksbeschreibungen sowie die Pflicht, E-Zigaretten in Verkaufsstellen außerhalb der Sichtweite von Kindern zu platzieren. Die Maßnahmen richten sich gezielt gegen ein wachsendes Problem: Laut der Wohltätigkeitsorganisation „Action on Smoking and Health" gaben rund eine Million oder fast jeder fünfte der 11- bis 17-Jährigen in Großbritannien an, im Jahr 2025 das Dampfen ausprobiert zu haben.

Gesundheitsminister James Murray machte die Dringlichkeit des Handelns deutlich: „Die Beweislage ist eindeutig: Zu viele junge Menschen experimentieren mit E-Zigaretten, angelockt durch die Vielfalt an Geschmacksrichtungen, leuchtenden Farben und Marketing-Displays." Er betonte zugleich, dass E-Zigaretten erwachsenen Rauchern beim Aufhören helfen können – sie sollten jedoch niemals so gestaltet oder vermarktet werden, dass sie Kinder in Versuchung führen.

Verbotene Namen und schlichte Verpackungen

Den konkreten Vorschlägen zufolge müssten Verpackungen künftig schlicht gestaltet sein, wobei die Verwendung von Bildmaterial und Markenelementen stark eingeschränkt wird. Namen mit Bezug zu Süßwaren, Süßigkeiten, Desserts und Alkohol sollen verboten werden. Gesundheitsexperten argumentieren, es gebe keinen legitimen Grund dafür, dass Nikotinprodukte in Neonverpackungen angeboten werden, Zeichentrickfiguren zeigen oder Geschmacksrichtungen und Markendesigns verwenden, die darauf ausgelegt sind, die Aufmerksamkeit von Kindern zu erregen.

Murray unterstrich die Balance, die die Regierung anstrebt: „E-Zigaretten sind weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten und können eine wichtige Rolle dabei spielen, erwachsenen Rauchern beim Aufhören zu helfen. Bei diesen Vorschlägen geht es darum, das richtige Gleichgewicht zu finden, und ich fordere jeden auf, sich zu äußern."

Einbettung in den „Tobacco and Vapes Act"

Die 100-tägige Konsultationsphase folgt auf die jüngste Verabschiedung des sogenannten „Tobacco and Vapes Act". Dieses Gesetz verfolgt das ambitionierte Ziel, die erste rauchfreie Generation im Vereinigten Königreich zu schaffen. Kinder im Alter von 17 Jahren oder jünger sind nun mit einem lebenslangen Kaufverbot für Zigaretten konfrontiert: Es wird für Geschäfte illegal sein, Tabak an Personen zu verkaufen, die nach dem 1. Januar 2009 geboren wurden.

Das Gesetz geht noch weiter und ermöglicht ein Verbot des Dampfens in Autos, in denen Kinder mitfahren, auf Spielplätzen sowie vor Schulen und Krankenhäusern. Damit werden die bestehenden Nichtraucherschutzgesetze erheblich ausgeweitet. Bereits umgesetzt wurde ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten; künftig sollen auch der Verkauf an Automaten sowie Werbung und Sponsoring für diese Produkte untersagt werden.

Die Konsultation schlägt darüber hinaus Beipackzettel für Zigarettenpackungen vor, die Käufer darüber informieren, wo sie Hilfe zur Raucherentwöhnung erhalten können. Zudem ist geplant, dass alle Tabakprodukte – einschließlich Zigarettenpapier und Zigarren – in neutralen Verpackungen verkauft werden müssen. Für deutsche Beobachter ist das britische Vorgehen bemerkenswert: Es zeigt, wie konsequent eine Regierung den Jugendschutz im Bereich Nikotin gesetzlich verankern kann – ein Ansatz, der auch in der EU zunehmend diskutiert wird.

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