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Großbritannien fordert freie Durchfahrt durch Straße von Hormus

Außenministerin Cooper will gebührenfreien Schiffsverkehr sichern – Iran plant Krypto-Gebühren für Öltanker.

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Großbritannien fordert freie Durchfahrt durch Straße von Hormus

Die britische Außenministerin Yvette Cooper wird in einer jährlichen außenpolitischen Rede am Donnerstag einen ungehinderten Zugang durch die Straße von Hormus fordern. Damit stellt sich London direkt gegen die Bestrebungen Irans, einen der weltweit wichtigsten strategischen Engpässe für den Öltransport zu kontrollieren. Die Wasserstraße wird seit Beginn des Krieges faktisch von Iran blockiert.

Hintergrund der britischen Forderung ist ein Bericht der Financial Times vom Mittwoch, wonach Teheran plant, von Reedereien Zahlungen in Kryptowährungen zu verlangen. Nur wer zahlt, soll mit seinen Öltankern die Meerenge passieren dürfen. Cooper will in ihrer Rede klarstellen: Die Schifffahrt durch die Straße von Hormus muss gebührenfrei bleiben.

Strategischer Knotenpunkt für Energie

Die Straße von Hormus ist ein schmaler Seekorridor, der den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet. Üblicherweise passieren rund 20 Prozent des weltweiten Öls und Gases diese Meerenge – sie gilt damit als eine der bedeutendsten Wasserstraßen der Welt. Eine Kontrolle oder Blockade durch Iran hätte weitreichende Folgen für die globalen Energiemärkte.

John Stawpert, Marine-Direktor bei der International Chamber of Shipping – einem weltweiten Branchenverband für Schiffseigentümer und -betreiber – bezeichnete die aktuelle Situation als „sehr, sehr verwirrend". Der Verband vertritt die Interessen von Reedereien weltweit und beobachtet die Entwicklungen rund um die Meerenge mit großer Sorge.

Libanon und Waffenstillstand im Fokus

Neben der Forderung nach freier Durchfahrt will Cooper sich auch dafür einsetzen, den Libanon in den zweiwöchigen Waffenstillstand einzubeziehen, auf den sich die USA und Iran am Dienstag geeinigt haben. London sieht eine umfassende regionale Lösung offenbar als notwendige Voraussetzung für eine nachhaltige Stabilisierung der Lage.

Cooper wird in ihrer Rede zudem die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise im Nahen Osten auf die britische Bevölkerung hervorheben. Sie will dabei konkret auf steigende Hypothekenzinsen, höhere Kraftstoffpreise sowie gestiegene Lebensmittelkosten hinweisen – und damit den Zusammenhang zwischen geopolitischer Instabilität und dem Alltag der Bürger verdeutlichen.

Starmer führt Gespräche in der Golfregion

Die Rede Coopers fällt in eine diplomatisch intensive Phase. Premierminister Keir Starmer führt derzeit Gespräche mit mehreren Ländern der Golfregion, um diplomatische Bemühungen zur Unterstützung und Aufrechterhaltung des Waffenstillstandsabkommens zu erörtern. Großbritannien positioniert sich damit als aktiver Akteur in den Bemühungen um eine Deeskalation im Nahen Osten.

Für deutsche Anleger und Energieverbraucher ist die Lage rund um die Straße von Hormus ebenfalls von Bedeutung. Eine anhaltende Blockade oder die Einführung von Durchfahrtsgebühren könnte die globalen Ölpreise weiter unter Druck setzen und sich auf Energiekosten sowie Inflationsentwicklungen in Europa auswirken.

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