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Großbritannien: Fahrprüfungs-Wartezeiten erst im Herbst 2027 normalisiert

Britische Fahrschüler warten derzeit fast 22 Wochen auf einen Prüfungstermin – das Ziel von sieben Wochen rückt weiter in die Ferne.

Großbritannien: Fahrprüfungs-Wartezeiten erst im Herbst 2027 normalisiert

Die Wartezeiten für Fahrprüfungen in Großbritannien bleiben ein gravierendes Problem. Verkehrsministerin Heidi Alexander räumte vor einem Parlamentsausschuss ein, dass das angestrebte Ziel einer durchschnittlichen Wartezeit von sieben Wochen erst im Herbst nächsten Jahres erreicht werden könne. Aktuelle Zahlen der Driver and Vehicle Standards Agency (DVSA) zeigen, dass die durchschnittliche Wartezeit im vergangenen Monat bei fast 22 Wochen lag.

Zum Vergleich: Vor der Covid-19-Pandemie betrug die Wartezeit lediglich etwa fünf Wochen. Die DVSA hatte ursprünglich das Ziel ausgegeben, die Wartezeiten bis Ende 2025 auf sieben Wochen zu senken. Diesen Termin verschob Alexander zunächst auf den Sommer 2026, musste jedoch bereits im November einräumen, dass auch dieses Ziel nicht zu halten sei.

Schwarzmarkt und Bots treiben das Problem an

Ein wesentlicher Grund für den anhaltenden Rückstau ist der Missbrauch des Buchungssystems. Eine BBC-Untersuchung vom Dezember 2025 deckte auf, dass Fahrlehrern Schmiergelder von bis zu 250 Britischen Pfund pro Monat angeboten wurden, damit sie ihre Zugangsdaten an Schwarzhändler verkaufen. Diese blockierten Prüfungstermine – teils mithilfe von Bots – und verkauften sie zu weit überhöhten Preisen weiter. Berichte über Fahrschüler, die letztlich bis zu 726 Britische Pfund für einen Termin beim Wiederverkäufer zahlten, verdeutlichen das Ausmaß des Problems.

Die Regierung reagierte mit einer Reihe von Maßnahmen, um den Schwarzmarkt einzudämmen. Seit dem 12. Mai 2026 dürfen ausschließlich die Fahrschüler selbst ihre Prüfungstermine buchen – Dritte, einschließlich Fahrlehrer, sind von der Buchung ausgeschlossen. Ende März wurde zudem eine Regelung eingeführt, die nur noch zwei Änderungen an einem gebuchten Termin erlaubt.

Neue Regeln sollen spekulative Buchungen eindämmen

Ab dem 9. Juni 2026 gilt eine weitere Einschränkung: Bei einer Umbuchung kann der Prüfungsort nur noch auf eines der drei dem ursprünglichen Standort nächstgelegenen Prüfungszentren verlegt werden. Diese Maßnahme soll verhindern, dass Fahrschüler zunächst den erstbesten freien Termin irgendwo im Land buchen, um ihn später an einen wohnortnahen Standort zu verlegen – eine Praxis, die den Rückstau zusätzlich verschärfte.

Alexander berichtete vor den Abgeordneten von ersten positiven Signalen: Das Volumen der Prüfungsumbuchungen sei seit Einführung der jüngsten Änderungen um 70 Prozent zurückgegangen. Sie betonte jedoch, dass es noch zu früh sei, um endgültige Schlüsse zu ziehen, und dass die „Nachfrage nach wie vor sehr hoch" sei.

Ein weiteres strukturelles Problem ist die Gewinnung und Bindung von Fahrprüfern. Alexander gab an, dass es in den zwölf Monaten bis Mai 2026 einen Nettozuwachs von 147 Prüfern gegeben habe. Gleichzeitig kündigte sie an, die bisher veröffentlichten Statistiken zu den Wartezeiten zu überarbeiten, da diese „nicht besonders hilfreich" gewesen seien. Künftig sollen die Daten auch nach einzelnen Prüfungszentren aufgeschlüsselt werden, um ein realistischeres Bild der regionalen Lage zu vermitteln.

„Mein Ziel ist es, uns wieder an einen Punkt zu bringen, an dem jemand, der eine Prüfung bucht, nicht monatelang darauf warten muss – eine Situation, die derzeit für einige Personen an bestimmten Standorten Realität ist", sagte Alexander vor dem Ausschuss. Für Hunderttausende Fahrschüler in Großbritannien bleibt die Lage damit vorerst angespannt.

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