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Großbritannien erleichtert Flugzusammenlegungen wegen explodierender Kerosinkosten

Die britische Regierung reagiert auf die Kerosin-Krise und will Fluggesellschaften vorübergehend erlauben, Passagiere auf weniger Flüge zu verteilen.

Großbritannien erleichtert Flugzusammenlegungen wegen explodierender Kerosinkosten

Die britische Regierung hat am Sonntag angekündigt, Fluggesellschaften vorübergehend zu erlauben, Passagiere während der Sommerferienzeit auf weniger Flugzeuge zu verteilen. Hintergrund ist der drastische Anstieg der Kerosinpreise infolge der Blockade der Straße von Hormus seit dem 28. Februar. Die Maßnahme soll kurzfristige Flugausfälle verhindern und Reisenden mehr Planungssicherheit geben.

Konkret würde die befristete Regelung es Fluggesellschaften ermöglichen, Flugpläne auf Strecken zusammenzulegen, auf denen am selben Tag mehrere Flüge zum selben Zielort angeboten werden. „Diese vorübergehenden Maßnahmen würden es den Fluggesellschaften ermöglichen, beispielsweise Flugpläne auf Strecken zusammenzulegen, auf denen es am selben Tag mehrere Flüge zum selben Zielort gibt", hieß es in einer offiziellen Erklärung der Regierung. So soll vermieden werden, dass Flugzeuge mit einer großen Anzahl leerer Sitze eingesetzt werden.

Zusätzlich sieht der Plan vor, dass Fluggesellschaften einige ihrer Start- und Landerechte – sogenannte Slots – zurückgeben können, ohne diese in der darauffolgenden Saison zu verlieren. Außerdem würde es den Airlines gestattet, Passagiere deutlich früher auf ähnliche Verbindungen umzubuchen, um „stressige Verspätungen am Flughafen zu vermeiden", so die Regierung. Der Plan würde zudem verhindern, dass Flüge durchgeführt werden, für die kein „erheblicher Anteil an Tickets" verkauft wurde.

Kerosinpreise auf Rekordniveau

Der Auslöser der Krise liegt im Nahen Osten: Seit der Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus nach Beginn des Krieges am 28. Februar sind die Kerosinpreise sprunghaft angestiegen. Der Durchschnittspreis für Kerosin stieg in der Woche bis zum 24. April auf 179 US-Dollar pro Barrel, wie aus dem Jet Fuel Price Monitor der International Air Transport Association (IATA) hervorgeht – ein Wert, der weit über dem Niveau vor dem Krieg liegt. Analysten der Société Générale warnen, dass der Ausfall von Kerosin aus dem Nahen Osten sich rasch zu einem akuten Logistikproblem für Europa entwickle.

Britische Verkehrsministerin Heidi Alexander betonte, dass die Regierung seit der Schließung der Straße von Hormus täglich die Kerosinvorräte überwache und eng mit Fluggesellschaften, Flughäfen und Treibstofflieferanten zusammenarbeite. Sie stellte klar, dass „keine unmittelbaren Versorgungsprobleme" bestünden. Tim Alderslade, CEO des britischen Branchenverbandes Airlines UK, begrüßte den Vorschlag und bestätigte: „Die britischen Fluggesellschaften arbeiten weiterhin normal und haben keine Probleme mit der Kerosinversorgung."

Ryanair-Chef warnt vor Pleiten – Spirit Airlines bereits gescheitert

Die Sorgen in der Branche sind dennoch groß. Ryanair-CEO Michael O'Leary erklärte gegenüber CNBC, dass seine Fluggesellschaft durch eine 80-prozentige Treibstoffabsicherung geschützt sei. Er prognostizierte jedoch „echte Pleiten" für andere Fluggesellschaften, sollte der Kerosinpreis nicht sinken. Die Warnung des Ryanair-Chefs erhält durch das Schicksal von Spirit Airlines besonderes Gewicht.

Die US-amerikanische Billigfluggesellschaft Spirit Airlines stellte am Samstag den Betrieb ein, nachdem keine Einigung mit Anleihegläubigern über ein Rettungspaket der Trump-Administration in letzter Minute erzielt werden konnte. Explodierende Kosten, darunter auch für Treibstoff, verschärften die ohnehin schwierige Lage des Unternehmens, das seit Jahren ums Überleben kämpfte. Der Fall Spirit Airlines gilt in der Branche als warnendes Beispiel für die Folgen anhaltend hoher Kerosinpreise.

Die britischen Notfallvorbereitungen sollen laut Regierung vor allem Familien bei Sommerreisen mehr Sicherheit geben. Indem Fluggesellschaften realistischer planen und Flugpläne früher festlegen können, sollen Reisende seltener von kurzfristigen Änderungen am Flughafen betroffen sein. Für deutsche Urlauber, die über britische Flughäfen reisen, könnte die Maßnahme ebenfalls relevant werden – insbesondere bei Verbindungen über London.

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