Großbritannien entwickelt Langstreckenwaffen für Ukraine ohne US-Komponenten
London treibt unter dem Namen „Project Brakestop" die Entwicklung günstiger Langstreckenwaffen voran – unabhängig von amerikanischer Technologie.

Großbritannien arbeitet an einer neuen Generation kostengünstiger Langstreckenwaffen für die Ukraine, die vollständig ohne US-Komponenten oder amerikanische Daten auskommen. Wie Bloomberg berichtete, reagieren europäische Regierungen damit auf die wachsende Sorge über die Abhängigkeit von amerikanischen Verteidigungssystemen. Das Programm trägt den Namen „Project Brakestop" und wurde Ende 2024 ins Leben gerufen.
Drei britische Unternehmen sind an der Entwicklung beteiligt: MBDA, MGI Engineering und Rotron Aerospace. Ihre Systeme sollen in den kommenden Monaten sowohl im Vereinigten Königreich als auch in der Ukraine getestet werden. Das erklärte Ziel ist ein Einsatz auf dem Schlachtfeld innerhalb eines Jahres, wie mit dem Programm vertraute Verteidigungsbeamte mitteilten.
Halbierter Preis im Vergleich zur Storm Shadow
Die neuen Waffen sollen voraussichtlich etwa halb so viel kosten wie der Marschflugkörper vom Typ Storm Shadow – ein System, das die Ukraine bereits in großem Umfang für Angriffe auf große Distanz einsetzt. Die britische Regierung strebt Kosten von rund 400.000 Britischen Pfund pro Waffe an, wobei der Sprengkopf dabei nicht eingerechnet ist. Damit wären die neuen Systeme deutlich erschwinglicher als bestehende Präzisionswaffen vergleichbarer Reichweite.
Gemäß den Projektspezifikationen müssen die Waffen bodengestützt sein, einen Sprengkopf von mindestens 225 Kilogramm tragen und Ziele in einer Entfernung von mehr als 500 Kilometern treffen können. Beamten zufolge werden sie zwar nicht die Bunkerbrecher-Fähigkeiten oder die Präzision der Storm Shadow erreichen, könnten aber dennoch erheblichen Schaden anrichten. Die Kombination aus Reichweite, Sprengkraft und niedrigem Preis macht sie zu einer attraktiven Option für die Ukraine.
Unabhängigkeit von Washington als strategisches Ziel
Ein zentrales Merkmal des Projekts ist die bewusste Abkehr von US-Technologie. Im Gegensatz zur Storm Shadow werden die neuen Systeme keine in den USA hergestellten Komponenten enthalten und auch nicht auf amerikanische Daten angewiesen sein. Dies ermöglicht einen Einsatz vollständig unabhängig von einer Genehmigung durch Washington – ein Aspekt, der angesichts der aktuellen politischen Lage in den USA an Bedeutung gewonnen hat.
Hintergrund dieser Anforderung sind die wachsenden Sorgen europäischer Regierungen über die Verlässlichkeit amerikanischer Sicherheitsgarantien. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte zuletzt eine sechsmonatige Überprüfung der US-Militärpräsenz in Europa an. Dies schürt Befürchtungen, dass die Regierung von Präsident Donald Trump die Unterstützung für europäische Verbündete reduzieren könnte.
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Zur AktienanalyseProduktion und Vermarktung
Alle drei am Wettbewerb beteiligten Finalisten zeigen sich laut Berichten zuversichtlich, innerhalb weniger Monate nach Erhalt eines Produktionsauftrags mindestens 40 Einheiten pro Monat fertigen zu können. Diese Produktionskapazität wäre ein bedeutender Beitrag zur Versorgung der Ukraine mit Langstreckenwaffen. Bemerkenswert ist zudem, dass selbst Unternehmen, die den endgültigen Zuschlag nicht erhalten, ihre Systeme direkt an die Ukraine und andere europäische Länder vermarkten dürfen.
„Project Brakestop" steht damit exemplarisch für einen breiteren Trend: Europa investiert gezielt in eigenständige Verteidigungskapazitäten, um die strategische Abhängigkeit von den USA zu verringern. Für die Ukraine könnte das Programm eine wichtige Ergänzung ihres Waffenarsenals bedeuten – schnell verfügbar, kostengünstig und ohne politische Einschränkungen aus Washington.


