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Großbritannien droht Rezession bei dauerhafter Sperrung der Straße von Hormus

EY warnt: Bleibt die Meerenge bis 2027 gesperrt, schrumpft die britische Wirtschaft und die Inflation explodiert.

Großbritannien droht Rezession bei dauerhafter Sperrung der Straße von Hormus

Die britische Wirtschaft könnte im Jahr 2027 in eine Rezession abrutschen, falls die Straße von Hormus nicht rechtzeitig wieder für die Schifffahrt geöffnet wird. Davor warnte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY am Montag in einer aktuellen Prognose. Die Analysten sehen erhebliche Risiken für Wachstum und Inflation im Vereinigten Königreich.

EY hat seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr leicht von 0,9 % auf 0,8 % angehoben – allerdings unter der Annahme, dass die strategisch wichtige Meerenge bis Ende September wieder freigegeben wird. Auf dieser Basis erwartet das Institut für 2027 ein Wirtschaftswachstum von 1,2 %.

Zwei Szenarien mit gravierenden Unterschieden

Peter Arnold, Chefökonom von EY UK, beschreibt die Lage klar: „Sollte die Straße von Hormus in den kommenden Monaten wieder geöffnet werden, gehen wir davon aus, dass das Vereinigte Königreich einen ausgeprägteren Abschwung vermeiden kann. Eine anhaltende Sperrung bis ins Jahr 2027 hinein würde jedoch die Inflation anheizen und könnte die Wirtschaft im nächsten Jahr in eine Kontraktion stürzen."

Im negativen Szenario – also bei einer anhaltenden Sperrung bis Anfang oder Mitte 2027 – prognostiziert EY für das laufende Jahr lediglich ein Wachstum von 0,5 %. Im Jahr 2027 würde die britische Wirtschaft dann um 0,2 % schrumpfen. Dies würde formal eine Rezession bedeuten, da auf zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem Wachstum geachtet wird.

Besonders alarmierend sind die Inflationsaussichten im Negativszenario. EY erwartet, dass die Teuerungsrate bis Ende 2026 auf 6,4 % steigen könnte – ein deutlicher Unterschied zum günstigeren Szenario, in dem die Inflation in diesem Jahr bei maximal 3,5 % ihren Höchststand erreichen würde. Für britische Verbraucher und Unternehmen wäre ein solcher Inflationsanstieg eine erhebliche Belastung.

Bank of England mit eigenen Szenarien

Auch die Bank of England hat sich vergangene Woche mit möglichen Negativszenarien befasst. In einem Szenario, in dem Öl- und Gaspreise um 30 % bis 60 % höher bleiben als vom Markt erwartet, zeigen die Prognosen der Zentralbank für das nächste Jahr dennoch ein Wirtschaftswachstum von knapp 1 %. Die Quartalsinflation würde in diesem Szenario einen Spitzenwert von 4,5 % erreichen – eine weniger pessimistische Einschätzung als jene von EY.

Was die Geldpolitik betrifft, erwartet EY, dass die Bank of England die Zinssätze im laufenden Jahr unverändert bei 3,75 % belassen wird. Im nächsten Jahr rechnen die Analysten mit zwei Zinssenkungsschritten – im April und im Juli – wodurch der Leitzins auf 3,25 % sinken würde.

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch die enge Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman wird ein erheblicher Teil des globalen Öl- und Gashandels abgewickelt. Eine Sperrung hätte daher nicht nur für Großbritannien, sondern für die gesamte Weltwirtschaft weitreichende Folgen. Für Deutschland und andere europäische Volkswirtschaften, die ebenfalls auf Energieimporte aus der Region angewiesen sind, ist die Entwicklung rund um die Meerenge von besonderer Bedeutung.

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