Großbritannien: 2-Pfund-Obergrenze für Bustickets ab Januar 2027
Premier Andy Burnham begrenzt Einzelfahrscheine im englischen Busverkehr auf 2 Pfund – Preissenkung von bis zu einem Drittel für Millionen Briten.

Andy Burnham, der neue britische Premierminister, hat am Mittwoch eine Preisobergrenze von 2 Britischen Pfund für Einzelfahrscheine im Busverkehr in ganz England angekündigt. Die Maßnahme soll ab Januar 2027 für zwölf Monate gelten und die Fahrpreise für Millionen von Menschen um bis zu ein Drittel senken. Burnham bezeichnete die Regelung als „Atempause" für Haushalte mit knappen Budgets.
Die Ankündigung ist Teil einer breiteren Initiative der neuen Regierung, die Lebenshaltungskosten der britischen Bevölkerung zu senken. Bereits am Dienstag hatte Burnham einen Plan zur Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Energierechnungen für Privathaushalte vorgestellt. Dieser Schritt löste jedoch unmittelbar eine Debatte über die Finanzierung aus.
Finanzierung aus umgeleiteten Energiemitteln
Die Regierung gab bekannt, dass mehr als 400 Millionen Britische Pfund für die Buspreisdeckelung bereitgestellt werden. Diese Mittel stammen aus dem Energieministerium und beinhalten unter anderem die Umwandlung von Fördermitteln für internationale Klimafinanzierungsprojekte in Darlehen. Zusätzliche Gelder kommen aus einem Budget des Verkehrsministeriums, das bereits für den Busverkehr reserviert war.
Für Londoner hat die Maßnahme keine praktische Auswirkung: In der britischen Hauptstadt sind Einzelfahrscheine bereits auf 1,75 Britische Pfund begrenzt – also günstiger als die neue nationale Obergrenze.
Historischer Kontext: Konservative hatten ähnliche Regelung eingeführt
Die Idee einer Buspreisdeckelung ist in Großbritannien nicht neu. Die vorherige konservative Regierung hatte ab Januar 2023 ebenfalls eine Obergrenze von 2 Pfund eingeführt, die für zwei Jahre galt. Nach dem Regierungswechsel zu Labour erklärte die Partei jedoch, eine Verlängerung sei finanziell nicht tragbar. Burnham, der damals noch als Bürgermeister von Greater Manchester amtierte, hatte sich seinerzeit dafür entschieden, die Deckelung in seiner Metropolregion auf eigene Kosten zu verlängern.
„Gute, erschwingliche Verkehrsverbindungen sind unerlässlich. Niemand sollte aufgrund der Preise davon ausgeschlossen und abgehängt werden", sagte Burnham zur Begründung der Maßnahme. Mit dem Versprechen, ein „Land für alle und überall" aufzubauen, betonte er: „Das bedeutet besser vernetzte Gemeinschaften, einen besseren Zugang zu Chancen und eine Entlastung im Leben der Menschen."
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Zur AktienanalyseKabinettsumbildung begleitet die Ankündigungen
Parallel zu den sozialpolitischen Maßnahmen bestätigte Burnham am Dienstagabend mehrere personelle Entscheidungen in seiner Regierung. Der ehemalige Verteidigungsminister Dan Jarvis kehrt als Sicherheitsminister zurück, nachdem er von Sir Keir Starmer befördert worden war. James Murray, zuvor Gesundheitsminister, wechselt als Finanzstaatssekretär ins Schatzamt zurück. Lucy Rigby, zuletzt Chefsekretärin des Schatzamtes, übernimmt erneut die Rolle der Wirtschaftsstaatssekretärin.
Auch Anas Sarwar, bisheriger Vorsitzender der schottischen Labour-Partei, tritt von seinem Amt zurück und wird Minister im neu gestalteten Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Wissenschaft und Handel. Sarwar war im Februar die erste bedeutende Labour-Figur gewesen, die den Rücktritt von Starmers gefordert hatte. Bei seiner Ankunft in der Downing Street lobte er Burnhams „mutige Labour-Vision". Insgesamt wurden 17 ministerielle Wiederernennungen bestätigt, darunter Stephen Doughty als Minister im Außenministerium und Luke Pollard als Verteidigungsminister.


