Gröner Group meldet Insolvenz nach Gläubigerforderungen an
Gescheiterte Verhandlungen und millionenschwere Forderungen führten zur Zahlungsunfähigkeit

In den letzten Tagen hat sich die finanzielle Lage bei der Gröner Group GmbH, einem Unternehmen des Berliner Immobilienunternehmers Christoph Gröner, dramatisch zugespitzt. Nach gescheiterten Verhandlungen und dem Verlust des Vertrauens wichtiger Gläubiger war Gröner gezwungen, Insolvenz anzumelden. Der Luxemburger Marshall Bridge Fonds, einer der Hauptgläubiger mit Forderungen von rund 83 Millionen Euro, hatte zuvor einen Insolvenzantrag gestellt. Dieser Antrag führte zur Einsetzung des Berliner Juristen Philipp Hackländer als vorläufigen Insolvenzverwalter. Fünf Tage nach diesem Antrag meldete die Gröner Group selbst Insolvenz an und informierte die Öffentlichkeit darüber.
Seit April hatte Christoph Gröner es wiederholt geschafft, Insolvenzen in letzter Minute abzuwenden, indem er Gläubigerforderungen erfüllte. Dafür verkaufte er auch private Vermögenswerte wie Autos und Immobilien. Trotz dieser Maßnahmen verschlechterte sich die finanzielle Situation weiter, und die Verhandlungen über eine Rückzahlung mit dem Fonds Emerald Mezzanine verliefen erfolglos. Gröner hatte gehofft, die Rückzahlung stückweise zu leisten, doch am Ende konnte er den Insolvenzantrag nicht mehr verhindern. In Fondskreisen wird hingegen eine andere Sichtweise vertreten. Dort heißt es, das Risikomanagement habe den Antrag als notwendig erachtet.
Die finanzielle Verbindung zwischen der Gröner Group und dem Emerald Mezzanine Fonds reicht bis ins Jahr 2020 zurück, als der Fonds erstmals investierte. Der Fonds stellt sogenanntes Mezzanine-Kapital zur Verfügung, das als Mischung aus Eigen- und Fremdkapital Bauprojekte in einer frühen Phase unterstützt. Dadurch sollen Finanzierungslücken geschlossen werden, insbesondere wenn Banken Kredite für risikoreiche Bauvorhaben nicht vergeben. Die Kosten dieses Kapitals sind höher, bieten jedoch unternehmerische Freiheit, da der Investor weniger Mitspracherechte hat.
Der jüngste Insolvenzantrag der Gröner Group ist jedoch nicht der einzige in Gröners Firmengeflecht. Weitere Unternehmen der Gruppe, wie etwa die CG Mariannen-Campus Nord GmbH & Co. KG und die CG Stützeläckerweg GmbH & Co. KG, sind ebenfalls von vorläufigen Insolvenzanträgen betroffen. Diese Unternehmen wurden ebenfalls von Emerald finanziert. Gröners Anwalt kündigte an, dass gegen diese Anträge gerichtlich vorgegangen werde, da eine rechtliche Grundlage für die Insolvenzanträge fehle.
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Zur AktienanalyseWährend das operative Geschäft der Gröner-Gruppe nach Angaben des Unternehmens fortgeführt wird, ist die Reputation des Unternehmens in Mitleidenschaft gezogen. Gröner beklagte, dass die Medienberichte über die schwierige Finanzlage den Ruf des Unternehmens und das Vertrauen der Gläubiger beeinträchtigt hätten. Ein Sprecher des Fonds wollte sich zur aktuellen Lage nicht äußern.


