Griechische Banken kehren zu Dividenden zurück
Rekordgewinne und Eigenkapitalpläne ebnen Weg für höhere Ausschüttungen

Die vier großen griechischen Banken – Alpha Bank, Eurobank, National Bank of Greece und Piraeus Bank – haben erstmals seit der Finanzkrise wieder Dividenden an ihre Aktionäre ausgeschüttet. Diese Rückkehr zu Dividendenzahlungen deutet darauf hin, dass die Geldinstitute die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der 2010er Jahre hinter sich lassen. Alle vier Banken erzielen mittlerweile Rekordgewinne und konnten ihre Liquiditätsprobleme überwinden, was auf eine deutliche Stabilisierung des griechischen Bankensektors hinweist.
Eine wichtige Herausforderung bleibt jedoch bestehen. Die Quote notleidender Kredite, die noch 2016 fast die Hälfte aller Darlehen ausmachte, konnte bis Juni 2024 auf durchschnittlich 6,9 Prozent gesenkt werden. Diese Verbesserung zeigt die Fortschritte der Banken, jedoch liegt die Quote immer noch deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Der griechische Zentralbankgouverneur Yannis Stournaras betonte in einem kürzlich veröffentlichten Bericht die Notwendigkeit für die Banken, ihre Vermögenswerte zu konsolidieren und die Eigenkapitalquoten zu stärken.
Die Zentralbank hob hervor, dass die Qualität des Eigenkapitals der griechischen Banken nach wie vor unzureichend ist. Ein wesentlicher Teil des Eigenkapitals besteht aus latenten Steuergutschriften, die den Banken 2013 vom Staat als Kompensation für die Verluste aus dem Schuldenschnitt bei griechischen Staatsanleihen gewährt wurden. Diese Steuergutschriften, die zum 30. Juni 2024 auf 12,5 Milliarden Euro geschätzt wurden, machen etwa die Hälfte des Eigenkapitals der Banken aus und stellen eine finanzielle Unterstützung dar, die es ihnen ermöglicht hat, sich nach der Krise zu stabilisieren.
Um den Anforderungen der Aufsichtsbehörden gerecht zu werden, planen die Banken, die Steuergutschriften bis 2041 abzuschreiben und durch hartes Eigenkapital zu ersetzen. Die Piraeus Bank hat bereits angekündigt, ihre Steuergutschriften bis 2027 auf 2,1 Milliarden Euro zu reduzieren und den vollständigen Abbau bis 2034 abzuschließen, was sieben Jahre früher ist als ursprünglich geplant. Auch die anderen drei Banken werden ihre Strategien in dieser Woche vorstellen.
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Zur AktienanalyseDiese geplante Reduzierung der Steuergutschriften und der Ausbau des Eigenkapitals könnten den Weg für höhere Dividenden ebnen, wenn die europäischen Aufsichtsbehörden zustimmen. In diesem Jahr zahlten die Eurobank und die National Bank of Greece bereits 30 Prozent der Vorjahresgewinne als Dividende aus, während die Alpha Bank und die Piraeus Bank nur zehn Prozent ausschütteten. Zukünftig könnten die Aktionäre von mindestens 50 Prozent der Gewinne profitieren, sofern die Aufsichtsbehörden die Ausschüttungen genehmigen.


