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Griechenland blockiert EU-Sanktionen zum Schutz griechischer Reederei

Athen verhindert das 21. EU-Sanktionspaket gegen Russland, um die Reederei Dynagas des Tycoons George Prokopiou zu schützen.

Griechenland blockiert EU-Sanktionen zum Schutz griechischer Reederei

Griechenland blockiert seit einer Woche die Verabschiedung des 21. EU-Sanktionspakets gegen Russland. Der Grund: Die geplanten Maßnahmen würden die griechische Reederei Dynagas „ruinieren", wie der EU-Botschafter Athens gegenüber anderen nationalen Gesandten erklärte. Dies berichteten zwei mit den Äußerungen vertraute Personen der Financial Times.

Dynagas gehört dem griechischen Tycoon George Prokopiou und ist auf den Transport russischer Ladungen von der Yamal-LNG-Anlage in der Arktis spezialisiert. Das Unternehmen betreibt laut dem maritimen Datenportal Equasis 27 Gastanker – darunter ein Drittel der sogenannten Arc7-Flotte, die speziell für die eisigen arktischen Gewässer gebaut wurde.

Milliardenschwere Einnahmen auf dem Spiel

Die geplanten Sanktionen würden den Transport von russischem Flüssigerdgas (LNG) in Drittländer verbieten. Griechenland argumentiert, Dynagas könne die hochspezialisierten Arc7-Schiffe nirgendwo anders einsetzen und wäre gezwungen, sie an nicht-westliche Akteure zu verkaufen. Jedes dieser Schiffe kostet rund 300 Millionen US-Dollar und gehört zu den technisch komplexesten Schiffen weltweit.

Seit Beginn des Jahres 2025 hat Dynagas mehr als 10 Millionen Tonnen russisches LNG auf 11 Schiffen transportiert, die insgesamt 144 Fahrten absolvierten – so Berechnungen der FT auf Basis von Daten des Analyseunternehmens Kpler. Prokopiou besitzt neben Dynagas auch das Öltankerunternehmen Dynacom, das in den vergangenen drei Jahren mindestens 915 Millionen US-Dollar mit dem Handel von russischem Rohöl verdient hat – mehr als jede andere griechische Reederei.

Weitreichende Folgen für das gesamte Sanktionspaket

Der griechische Einspruch lähmt nicht nur das LNG-Transportverbot, sondern hält das gesamte 21. Sanktionspaket auf. Denn für die Umsetzung ist Einstimmigkeit unter allen EU-Mitgliedstaaten erforderlich. Dadurch hängen auch andere Maßnahmen in der Schwebe – darunter Sanktionen gegen weitere Banken, Kryptowährungsnetzwerke und militärisch-industrielle Unternehmen.

Besonders brisant ist die Verzögerung beim Mechanismus zur Senkung der Preisobergrenze für russisches Rohöl. Die EU-Botschafter einigten sich am Mittwochabend auf eine einwöchige Notverlängerung des bestehenden Preisdeckels von 44,10 US-Dollar pro Barrel. Ohne diese Entscheidung wäre der Deckel aufgrund gestiegener Weltmarktpreise – ausgelöst durch den Iran-Krieg – deutlich angehoben worden, was Moskau Mehreinnahmen in Milliardenhöhe beschert hätte.

Kallas: „Wir arbeiten an Plan B"

EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas äußerte sich am Montag besorgt über die fehlende Einigung. „Natürlich haben die Mitgliedstaaten verschiedene Gründe [sich dagegen auszusprechen]", sagte sie. „Unser Ziel ist es, eine Einigung zu erzielen. Wenn wir keine Einigung haben, fangen wir an, an Plan B zu arbeiten", fügte Kallas mit Blick auf die Ölpreisobergrenze hinzu.

Andere EU-Diplomaten verweisen darauf, dass Unternehmen in allen Mitgliedstaaten durch Sanktionen Geschäftseinbußen hinnehmen mussten, um Russland wirtschaftlichen Schaden zuzufügen. Der Rest der Arc7-Flotte wird von Seapeak – im Besitz der New Yorker Investmentfirma Stonepeak – sowie von der japanischen Mitsui OSK Lines betrieben. Ein weiteres Schiff gehört der russischen Sovcomflot. Die griechische Regierung und Dynagas reagierten nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.

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