Greggs trotzt Marktvolatilität: Starke Zahlen trotz Geopolitik
Während Greggs mit 7,5 % Umsatzwachstum glänzt, belasten US-Iran-Spannungen europäische Aktienmärkte und den Reisesektor erheblich.

Die europäischen Aktienmärkte befinden sich in einer Phase erhöhter Volatilität. Auf der einen Seite stehen Unternehmen wie die britische Bäckereikette Greggs, die mit soliden Betriebsergebnissen überzeugen. Auf der anderen Seite drücken das Scheitern der US-iranischen Diplomatie und die Gefahr einer militärischen Eskalation im Nahen Osten die Marktstimmung deutlich.
Greggs meldete für die ersten 19 Wochen des Jahres einen Umsatzanstieg von 7,5 % auf 800 Millionen Pfund. Das Wachstum wurde durch strategische Partnerschaften mit Franchisenehmern und Lebensmittelhändlern gestützt. Im gleichen Zeitraum eröffnete das Unternehmen netto 20 neue Filialen und betreibt nun insgesamt 2.759 Standorte. Das Jahresziel von 120 Netto-Neueröffnungen liegt damit weiterhin im Plan.
Das Management bekräftigte seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr von 188 Millionen Pfund. Zur Kostenkontrolle hat Greggs 85 % seines Energiebedarfs abgesichert, was die Kosteninflation auf rund 3 % begrenzen soll. Zudem verzeichnete die Kette im jüngsten 10-Wochen-Zeitraum ein Like-for-like-Umsatzwachstum von 3,3 %, unterstützt durch neue Menüangebote.
Greggs-Aktie mit deutlichem Bewertungsabschlag
Aus Bewertungsperspektive ist die Greggs-Aktie derzeit vergleichsweise günstig. Das vorausschauende Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei 12,1 – deutlich unter dem 10-Jahres-Durchschnitt von 22,1. Die prospektive Dividendenrendite beträgt 4,6 %, gegenüber einem historischen Durchschnitt von 2,7 %. Diese Kennzahlen deuten darauf hin, dass Investoren die Aktie aktuell mit einem erheblichen Abschlag gegenüber ihrer historischen Bewertung handeln.
Auch der Pub-Betreiber Marston's lieferte positive Zahlen: Das Unternehmen meldete einen Anstieg des bereinigten Vorsteuergewinns im ersten Halbjahr um 7,9 % und bestätigte seinen Jahresausblick dank konsequenter Kostenkontrolle.
Geopolitische Spannungen belasten Reise- und Konsumgütersektor
Das Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran belastet die Märkte spürbar. US-Präsident Donald Trump bezeichnete den diplomatischen Zustand als „am Tropf hängend" und wies Irans jüngste Verhandlungsantwort als „schwach" zurück. Berichten zufolge erwägt Washington die Reaktivierung der sogenannten „Operation Project Freedom" – einer Militäroperation zur Sicherung der Straße von Hormus – sowie gezielte Angriffe auf iranische Interessen. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte, sein Land sei auf alle möglichen Szenarien vorbereitet.
Die Folgen dieser Unsicherheit sind in mehreren Branchen spürbar. Der britische Reiseanbieter On the Beach senkte seine Jahresgewinnprognose auf 18 bis 25 Millionen Pfund – weit unter den bisherigen Analystenerwartungen von 38,5 bis 42 Millionen Pfund. Grund ist ein starker Rückgang der Buchungen für Ziele wie die Türkei, Zypern und Ägypten. Auch Wizz Air gab einen vorsichtigen Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 heraus und rechnet lediglich mit einem ausgeglichenen bis leicht positiven Ergebnis. Imperial Brands warnte ebenfalls vor möglichen negativen Auswirkungen des Konflikts auf Inputkosten und Verbrauchernachfrage, bekräftigte aber seinen Jahresausblick.
Vodafone mit Umsatzwachstum, aber fallenden Kursen
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Zur AktienanalyseIm Telekommunikationssektor meldete Vodafone einen Anstieg des Jahresumsatzes um 8,0 % auf 40,5 Milliarden Euro. Der organische Serviceumsatz wuchs um 5,4 %, der bereinigte Cashflow-Gewinn (Adjusted EBITDAaL) stieg um 4,5 % auf 11,4 Milliarden Euro. Dennoch fielen die Vodafone-Aktien im frühen Handel um 3,1 %. Das Unternehmen kündigte eine Gesamtdividende von 4,6125 Eurocent an – ein Anstieg von 2,5 % – und prognostiziert für das kommende Jahr einen bereinigten Cashflow-Gewinn zwischen 11,9 und 12,2 Milliarden Euro. Das vorausschauende KGV von Vodafone liegt bei 13,3, unter dem 10-Jahres-Durchschnitt von 16,1.
Im Immobiliensektor ist Picton Property Gegenstand eines unverbindlichen Übernahmeangebots in Höhe von 403 Millionen Pfund in Form eines reinen Aktientauschs durch LondonMetric und den Schroder Real Estate Investment Trust.
Die aktuelle Marktlage zeigt ein klares Bild: Unternehmen mit starkem Inlandsfokus wie Greggs und Marston's meistern den Inflationsdruck und halten ihre operativen Ziele. Firmen mit Exposure gegenüber internationalem Reiseverkehr und globalen Lieferketten hingegen sehen sich durch die Spannungen im Nahen Osten mit erheblichem Gegenwind konfrontiert. Anleger bleiben vorsichtig und beobachten die geopolitische Lage genau.


