Greg Abel setzt Berkshire-Barreserven erstmals seit 2022 ein
Im zweiten Quartal als CEO tätigte Greg Abel erhebliche Ausgaben und senkte Berkshires Rekord-Barreserven deutlich.

Greg Abel, seit Anfang 2025 CEO von Berkshire Hathaway, hat in seinem zweiten Quartal an der Spitze des Unternehmens ein klares Signal gesetzt: Die gewaltigen Barreserven des Konzerns sind zum ersten Mal seit Anfang 2022 spürbar gesunken. Laut dem Finanzbericht für das zweite Quartal, der am Samstagmorgen veröffentlicht wurde, verfügte Berkshire Hathaway zum 30. Juni über Barmittel in Höhe von 365,5 Milliarden US-Dollar.
Das entspricht einem Rückgang von 8,0 Prozent gegenüber dem Rekordhoch von 397,4 Milliarden US-Dollar zum 31. März. Bereinigt um die Barmittel der Bahntochter BNSF und um erworbene, aber noch nicht bezahlte Schatzwechsel – eine von Berkshire bevorzugte interne Kennzahl – sanken die Barmittel um 3,8 Prozent auf 359,2 Milliarden US-Dollar. Für Anleger ist dieser Rückgang ein bedeutsames Signal: Jahrelang hatte Berkshire seine Barreserven aufgebaut, ohne sie in nennenswertem Umfang einzusetzen.
Aktienrückkäufe im Milliarden-Maßstab
Ein wesentlicher Teil der Ausgaben entfiel auf Aktienrückkäufe. Berkshire kaufte im zweiten Quartal eigene Aktien im Wert von 4,5 Milliarden US-Dollar zurück. Das ist ein markanter Anstieg gegenüber den lediglich 235 Millionen US-Dollar, die das Unternehmen im ersten Quartal für Rückkäufe aufgewendet hatte – und das erste Mal seit 2024, dass überhaupt Rückkäufe stattfanden.
Die 4,5 Milliarden US-Dollar lagen zwar unter den Schätzungen von Barron's, die ein Volumen zwischen 5 und 11 Milliarden US-Dollar erwartet hatten, sowie unter der Prognose des UBS-Analysten Brian Meredith von 8,5 Milliarden US-Dollar. Dennoch werten Marktbeobachter den Schritt als deutliches Zeichen einer aktiveren Kapitalallokation unter dem neuen CEO. Cathy Seifert von CFRA Research kommentierte gegenüber Bloomberg: „Die Rückkäufe werden die Anleger ermutigen. Es ist auch Gregs Art, das Ruder zu übernehmen und sich zu behaupten."
Auch Macrae Sykes, Portfoliomanager bei Gabelli Funds, bewertet den Schritt positiv. Gegenüber CNBC erklärte er: „Substanzielle Rückkäufe geben den Aktionären die Gewissheit, dass einige der besten Kapitalallokatoren des Marktes den aktuellen Wert als attraktiv ansehen." Solche Aussagen aus dem Umfeld erfahrener Investoren unterstreichen die Signalwirkung, die Aktienrückkäufe bei einem Unternehmen wie Berkshire Hathaway entfalten.
Rückkäufe könnten sich im Juli fortgesetzt haben
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Zur AktienanalyseDie Aktivitäten könnten über das zweite Quartal hinausgegangen sein. Durch einen Vergleich der zum 29. Juli ausgewiesenen ausstehenden Aktien mit dem Stand zum 30. Juni schätzt Barron's, dass Berkshire im Juli weitere 3,4 Milliarden US-Dollar für Rückkäufe aufgewendet hat. Ein Großteil davon dürfte laut dieser Einschätzung vor der Kursrallye der Berkshire-Aktie gegen Ende des Monats erfolgt sein.
Für deutsche Anleger, die Berkshire Hathaway als Qualitätsmaßstab für langfristige Kapitalanlage beobachten, ist die Entwicklung unter Abel bemerkenswert. Der Nachfolger von Investmentlegende Warren Buffett demonstriert mit diesen Schritten, dass er bereit ist, die enormen Reserven des Konzerns aktiv zu nutzen – und damit eine neue Ära der Kapitalallokation bei Berkshire Hathaway einzuläuten.


