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Greer kündigt neue Trump-Zölle für 60 Länder an

US-Handelsbeauftragter Greer warnt vor baldigen Zöllen gegen Dutzende Länder – kurz bevor bestehende Abgaben auslaufen.

Greer kündigt neue Trump-Zölle für 60 Länder an

US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer hat am Dienstag eine weitere Runde von Zöllen unter Präsident Donald Trump angekündigt. Im Interview mit CNBC's „Squawk Box" sagte Greer: „Wir rechnen in Kürze mit Maßnahmen." Die Aussage erfolgte vor dem Hintergrund eines Berichts der Financial Times, wonach bereits in dieser Woche neue Zölle angekündigt werden könnten.

Auf die Frage nach einem konkreten Zeitplan zeigte sich Greer zurückhaltend. „Ich kann derzeit keinen genauen Zeitplan nennen. Ich bin verpflichtet, den Kongress und andere Stakeholder zu informieren, bevor ich derartige Informationen preisgebe", erklärte er. Dennoch bekräftigte er: „Aber wir erwarten in Kürze Maßnahmen."

Auslaufende Zölle erhöhen den Druck

Der Zeitpunkt der Ankündigung ist kein Zufall. Trump hatte im Februar auf Basis von Abschnitt 122 des Handelsgesetzes von 1974 einen pauschalen Zoll von 10 Prozent verhängt – und zwar nur wenige Stunden nachdem der Oberste Gerichtshof sein umfassendes „Liberation Day"-Zollregime gekippt hatte. Diese Abschnitt-122-Zölle laufen nun am Freitag um 00:01 Uhr ET aus. Eine Intervention des Kongresses gilt als unwahrscheinlich.

Die Trump-Administration hat jedoch bereits Schritte unternommen, um ihr Zollregime auf eine neue rechtliche Grundlage zu stellen. Anfang Juni schlug das Büro des US-Handelsbeauftragten weitere Zölle von bis zu 12,5 Prozent auf Importe aus 60 Volkswirtschaften vor. Diese neuen Abgaben sollen unter Abschnitt 301 des Handelsgesetzes von 1974 eingeführt werden – einem anderen Rechtsinstrument als die auslaufenden Zölle.

Zwangsarbeit als Begründung

Als Begründung für die geplanten Abschnitt-301-Zölle nennt die US-Regierung mutmaßliche Probleme mit Zwangsarbeit in den betroffenen Ländern. „Die USA haben Gesetze, die den Handel mit Waren aus Zwangsarbeit verbieten", sagte Greer. „Die meisten anderen Länder haben kein solches Gesetz. Und diejenigen, die eines haben, setzen es nicht wirklich durch."

Greer betonte dabei die enorme Reichweite der geplanten Maßnahmen. Die vorgeschlagenen Zölle gegen 60 Länder würden „etwa 99 Prozent unseres Handels" abdecken. „Das verdeutlicht das Ausmaß des Problems, mit dem wir konfrontiert sind", sagte er. Für deutsche und europäische Unternehmen, die in globale Lieferketten eingebunden sind, könnten diese Entwicklungen weitreichende Konsequenzen haben.

Die Ankündigungen zeigen, dass die Trump-Administration trotz juristischer Rückschläge entschlossen bleibt, ihr handelspolitisches Programm voranzutreiben. Indem sie auf unterschiedliche Rechtsgrundlagen des Handelsgesetzes von 1974 zurückgreift, versucht die Regierung, ihr Zollregime gerichtsfest zu gestalten. Für Anleger und Unternehmen mit internationalen Handelsbeziehungen bleibt die Lage damit weiterhin unübersichtlich und volatil.

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