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Greenpeace: Allseas-Tiefseebergbau-Vertrag verstößt gegen UN-Seerecht

Eine Rechtsanalyse im Auftrag von Greenpeace Niederlande wirft dem Offshore-Konzern Allseas einen direkten Verstoß gegen das UN-Seerechtsübereinkommen vor.

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Greenpeace: Allseas-Tiefseebergbau-Vertrag verstößt gegen UN-Seerecht

Pläne des schweizerisch-niederländischen Offshore-Unternehmens Allseas, Tiefsee-Bergbauausrüstung für The Metals Company (NASDAQ: TMC) zu betreiben, verstoßen laut einer neuen Rechtsanalyse gegen internationales UN-Recht. Die von Greenpeace Niederlande in Auftrag gegebene Studie enthält ein Rechtsgutachten von Professor André Nollkaemper von der Universität Amsterdam. Darin stellt der Rechtswissenschaftler fest, dass Allseas „direkt gegen" das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (UNCLOS) verstoße.

Im Mai hatte Allseas eine Partnerschaft mit TMC für die Entwicklung und den kommerziellen Betrieb des weltweit ersten Systems zur Gewinnung von polymetallischen Knollen am Meeresboden geschlossen. Diese Knollen liegen auf dem Boden des Pazifischen Ozeans und sollen reiche Vorkommen an Mineralien enthalten, die für kritische Industrien benötigt werden. Der geplante kommerzielle Vertrag sieht eine jährliche Produktionskapazität von drei Millionen Feuchttonnen vor, wobei zwei Kollektorfahrzeuge in mehr als vier Kilometern Tiefe unter der Meeresoberfläche operieren sollen.

Internationale Aufsicht wird umgangen

Unter UNCLOS ist der internationale Meeresboden vor einseitiger Ausbeutung geschützt. Die alleinige Regulierungszuständigkeit wurde dabei der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) übertragen. Trotz über einem Jahrzehnt währender Bemühungen hat die ISA jedoch noch keinen Rahmen für den kommerziellen Tiefseebergbau fertiggestellt. TMC umging die ISA, indem das Unternehmen sich erfolgreich eine US-Genehmigung für seine geplanten Tiefsee-Bergbauaktivitäten sicherte.

In Nollkaempers Rechtsgutachten wird betont, dass die Bedrohung durch den Tiefseebergbau „keine hypothetische Aussicht mehr, sondern eine gegenwärtige und fortschreitende Tatsache" sei. Greenpeace-Aktivist Sascha Landshoff erklärte dazu: „Allseas scheint voll und ganz bereit zu sein, sich mit der Trump-Administration zusammenzutun, um unsere Ozeane für privaten Profit aufzuteilen. Dies bedeutet illegalen Bergbau durch Unternehmen, der völlig außerhalb der internationalen Aufsicht stattfindet."

Während der Abbau am Meeresboden Rohstoffe erschließen könnte, ohne dass herkömmlicher Tagebau erforderlich wäre, lehnen Umweltaktivisten das Vorhaben seit Jahren wegen der potenziellen Auswirkungen auf das marine Ökosystem ab. Greenpeace und andere Organisationen sehen in der Tiefsee ein besonders schützenswertes Ökosystem, das durch Bergbauaktivitäten irreversibel geschädigt werden könnte.

Niederländische Regierung unter Druck

Das Rechtsgutachten stellt zusätzlich fest, dass die niederländische Regierung „rechtlich verpflichtet ist, gegen einen Unternehmensverstoß zu intervenieren, der keine künftige Bedrohung mehr, sondern eine aktive Realität darstellt". Als Reaktion auf diese rechtliche Bewertung hat Greenpeace Niederlande zusammen mit fünf weiteren großen Umweltorganisationen einen dringenden Brief an die niederländische Regierung geschickt. Darin wird ein sofortiges regulatorisches Eingreifen gefordert, um eine Mitschuld von Unternehmen an der unregulierten Tiefsee-Extraktion zu verhindern.

Der Fall verdeutlicht die wachsenden Spannungen zwischen dem wirtschaftlichen Interesse an kritischen Rohstoffen und dem Schutz internationaler Meeresgebiete. Für Investoren in TMC-Aktien bedeutet die rechtliche Auseinandersetzung eine zusätzliche Unsicherheit, da regulatorische Eingriffe den geplanten Betrieb verzögern oder gefährden könnten.

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