Gotham City Research beschuldigt Sumitomo Pharma falscher Umsatzangaben
Der bekannte Shortseller wirft dem japanischen Pharmaunternehmen vor, seinen Jahresabschluss um bis zu 165 Milliarden Yen manipuliert zu haben.

Der Leerverkäufer Gotham City Research hat am Montag einen Bericht veröffentlicht, in dem er dem japanischen Pharmaunternehmen Sumitomo Pharmaceutical (TYO: 4506) schwere Vorwürfe macht. Laut Gotham soll Sumitomo Pharma seinen Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 um bis zu 165 Milliarden Yen – umgerechnet rund 1,05 Milliarden US-Dollar – falsch dargestellt haben. Der Shortseller hat nach eigenen Angaben eine Short-Position in dem Unternehmen eingenommen.
Konkret wirft Gotham City Research Sumitomo Pharma vor, Forderungen manipuliert zu haben, um die eigenen Gewinne sowie die der Muttergesellschaft Sumitomo Chemical Co., Ltd. (TYO: 4005) künstlich aufzublähen. Im Zentrum der Vorwürfe steht eine Diskrepanz im Zusammenhang mit einer Dividendenausschüttung der Schweizer Tochtergesellschaft des Unternehmens.
Die Kernvorwürfe im Detail
Gotham erläutert, dass die Diskrepanz aus einer Dividende von 48 Milliarden Yen resultiere, die Sumitomo Pharma von seiner Schweizer Einheit SMPS erhalten habe. Diese Dividende wurde im März angekündigt – nur wenige Wochen vor dem öffentlichen Angebot des Unternehmens im Wert von 116,4 Milliarden Yen im April. Der zeitliche Zusammenhang zwischen der Dividendenankündigung und dem Börsengang ist ein zentraler Punkt in der Argumentation des Shortsellers.
Der Anhang zum Jahresabschluss der Muttergesellschaft für das Geschäftsjahr 2025 weise jedoch stattdessen eine Sachausschüttung – sogenannte „distributions-in-kind" – von SMPS in Höhe von 164 Milliarden Yen aus, anstatt der ursprünglich kommunizierten 48 Milliarden Yen. Gotham behauptet, dass dieser Betrag von 164 Milliarden Yen an keiner Stelle in der nicht konsolidierten Gewinn- und Verlustrechnung auftauche, obwohl er im Anhang als nicht betriebliche Transaktion beschrieben werde, die innerhalb des Berichtszeitraums für das Geschäftsjahr 2025 stattgefunden habe.
Drastisches Abwärtsrisiko laut Gotham
Der Leerverkäufer zieht daraus weitreichende Schlussfolgerungen: Sowohl Sumitomo Pharma als auch Sumitomo Chemical hätten ihre Gewinne für das Geschäftsjahr 2025 durch „einmalige Quellen aufgebläht". Der Wegfall dieser Quellen würde die Erträge drastisch reduzieren. „Die Aktien von sowohl Chemical als auch Pharma sind nicht investierbar und bergen ein Abwärtsrisiko von 50%–100%", heißt es in dem Bericht von Gotham City Research.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie Reaktion an den Märkten ließ nicht lange auf sich warten. Die Aktien von Sumitomo Pharma und Sumitomo Chemical fielen im Tokioter Handel zwischen 3,5% und 4%. Damit schnitten beide Titel deutlich schlechter ab als der breite Markt: Der Nikkei 225-Index verzeichnete im gleichen Zeitraum lediglich einen Rückgang von 0,6%.
Sumitomo Pharma reagierte zunächst nicht auf eine per E-Mail gesendete Anfrage zur Stellungnahme. Gotham City Research ist für seine aggressiven Leerverkaufsberichte bekannt und hat in der Vergangenheit bereits mehrere internationale Unternehmen ins Visier genommen. Ob die Vorwürfe einer regulatorischen Überprüfung standhalten, bleibt abzuwarten.


