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Gordie Howe Bridge eröffnet: Neue Verbindung zwischen USA und Kanada

Inmitten eskalierender Handelsstreitigkeiten verbindet eine neue Milliarden-Brücke Detroit mit Windsor in Ontario.

Gordie Howe Bridge eröffnet: Neue Verbindung zwischen USA und Kanada

Die Gordie Howe International Bridge zwischen Detroit und Windsor (Ontario) ist am Montag offiziell für den Verkehr freigegeben worden. Lastwagen, Autos und andere Fahrzeuge können nun den Detroit River überqueren – eine Wasserstraße, die die amerikanische „Motor City" von der kanadischen Seite trennt. Zu den Ersten, die die Brücke überquerten, gehörten Nachfahren von Gordie Howe, der Eishockey-Legende, nach der das Bauwerk benannt wurde.

Das Projekt markiert den Abschluss eines jahrelangen Vorhabens, das zuletzt durch die angespannte Handelspolitik zwischen den USA und Kanada erheblich belastet wurde. Kanada finanzierte den Bau vollständig mit Kosten von 6,4 Milliarden kanadischen Dollar. Die neue Brücke stellt nun eine kostengünstigere Alternative zur bislang dominierenden Ambassador Bridge dar, die sich in Privatbesitz befindet und bisher ein Monopol für den schweren Lkw-Verkehr zwischen den beiden Ländern hielt.

Strategische Bedeutung für den Handel

Detroit ist laut dem US-Verkehrsministerium der wichtigste Grenzübergang für den Lkw-Verkehr an der gesamten US-kanadischen Grenze. Täglich überqueren dort Tausende von Lastwagen den Fluss und transportieren Güter im Wert von Milliarden Dollar – insbesondere für die Automobilindustrie. „Täglich fahren dort Tausende von Lastwagen herüber", erklärte Kevin Ketels, Professor für Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Supply-Chain-Management an der Wayne State University.

Mehr als 70 Prozent der kanadischen Exporte gehen in die USA, was Amerika zum mit Abstand größten Handelspartner Kanadas macht. Die neue Brücke schafft damit nicht nur eine zusätzliche Kapazität, sondern bricht auch das bisherige Privatmonopol der Ambassador Bridge auf – ein bedeutender Schritt für die Versorgungssicherheit beider Länder.

Einweihung ohne US-Vertreter

Die politische Dimension des Projekts zeigte sich bereits in der vergangenen Woche: Kanada feierte die Eröffnung mit einer feierlichen Einweihungszeremonie in Windsor – Vertreter der USA und des Bundesstaates Michigan waren jedoch nicht eingeladen. Hintergrund war die überraschende Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Zölle in Höhe von 50 Prozent auf kanadische Waren zu erheben, die in die USA eingeführt werden.

Eine jüngst geschlossene Vereinbarung zwischen Kanada und der Trump-Administration sieht vor, dass Kanada über einen Zeitraum von 15 Jahren einen Teil der Mauteinnahmen mit der US-Regierung teilt. Michigan hatte bereits 2012 separat einen Anteil ausgehandelt, dieser wird jedoch erst ausgezahlt, wenn Kanadas Baukosten gedeckt sind – was voraussichtlich erst in Jahrzehnten der Fall sein wird.

Technische Daten und Namensgeber

Die Brücke ist 2,4 Kilometer lang und erhebt sich an ihrem höchsten Punkt 46 Meter über den Detroit River. Ab dem 5. August können Fußgänger und Radfahrer die Brücke kostenlos überqueren. Gordie Howe, nach dem das Bauwerk benannt ist, gilt als kanadische Eishockey-Ikone und war unter dem Spitznamen „Mr. Hockey" bekannt. Er trug die Nummer 9 während seiner Zeit bei den Detroit Red Wings in der NHL und verstarb im Jahr 2016.

Der 81-jährige Freddie Garrett, der den Bau nach eigenen Angaben seit der Grundsteinlegung im Jahr 2018 regelmäßig verfolgt hatte, war eigens zum Delray Park in Detroit gekommen, um die ersten Fahrzeuge über die Brücke rollen zu sehen. „Es war erstaunlich zu sehen, wie sie das gemacht haben", sagte Garrett. „Sie haben einen Abschnitt nach dem anderen errichtet und sich dann in der Mitte getroffen. Ich bin sicher, dass sie länger stehen wird, als ich noch hier sein werde."

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