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Google zieht EU-Beschwerde zurück

Neue Untersuchung der EU-Kommission beleuchtet Machtstrukturen im Cloud-Markt

Google zieht EU-Beschwerde zurück

Alphabet-Tochter Google hat zum Wochenbeginn ihre EU-Kartellbeschwerde gegen Microsoft hinsichtlich dessen Cloud-Geschäftspraktiken zurückgezogen. Die Entscheidung folgte wenige Tage, nachdem die Europäische Kommission ein neues Prüfverfahren gestartet hatte, um zu untersuchen, ob bestimmte Verhaltensweisen im Cloud-Sektor eine stärkere Marktposition von Microsoft Azure und Amazon Web Services begünstigen. Die Beschwerde, die Google im vergangenen Jahr eingereicht hatte, bezog sich auf aus Sicht des Unternehmens wettbewerbsverzerrende Bedingungen, die Kunden an Microsofts Cloud-Dienst binden könnten.

Nach Darstellung von Google war die Rücknahme der Beschwerde vor dem Hintergrund erfolgt, dass die Kommission die Problemlage nun im Rahmen eines gesonderten Prozesses bewerten will. Eine leitende Vertreterin von Google Cloud in Europa erklärte in diesem Zusammenhang, dass man den Schritt setze, weil die angekündigte Untersuchung eine umfassende Bewertung der zentralen Fragen im europäischen Cloud-Markt ermögliche. Zugleich betonte sie, dass das Unternehmen weiterhin den Austausch mit politischen Entscheidungsträgern sowie mit Kunden und Behörden in der EU, im Vereinigten Königreich und in anderen Regionen suche, um für Wahlmöglichkeiten und Offenheit in diesem Markt einzutreten.

Nach aktuellen Marktanteilsdaten führt Amazon den europäischen Cloud-Sektor mit einem Anteil von rund 30 Prozent an, gefolgt von Microsoft mit rund 20 Prozent und Google mit etwa 13 Prozent. Die Europäische Kommission untersucht nun, ob bestimmte Merkmale des Marktes dazu beitragen könnten, die Position der beiden größten Anbieter zu verfestigen. Sollten sich diese Annahmen im Laufe der kommenden zwölf Monate bestätigen, könnten sowohl Azure als auch Amazon Web Services unter die Bestimmungen des Digital Markets Act fallen. In diesem Fall wären sie an konkrete Vorgaben gebunden, die darauf abzielen, Wettbewerbern den Zugang zu erleichtern und Nutzern mehr Auswahl zu eröffnen.

Die angekündigten Prüfungen sind Teil eines umfassenderen Ansatzes der Kommission, zentrale digitale Märkte zu beobachten, um die Auswirkungen bestimmter Geschäftsmodelle und technischer Strukturen auf den Wettbewerb zu analysieren. Die Behörde verfolgt dabei das Ziel, mögliche Beschränkungen frühzeitig zu erkennen und in geeigneter Weise auf potenzielle Wettbewerbsverzerrungen zu reagieren. Die Rücknahme von Googles Beschwerde gilt im Lichte der laufenden Untersuchungen als ein Schritt, der die künftige Prüfung der Cloud-Branche stärker in die Hände der europäischen Wettbewerbsbehörde legt.

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