Google unter Druck: Zukunft von Chrome ungewiss
US-Regierung fordert Zwangsverkauf und drastische Wettbewerbsmaßnahmen

Google steht unter massivem Druck seitens der US-Regierung, die im Rahmen eines Wettbewerbsverfahrens eine Zerschlagung des Technologiekonzerns fordert. Im Zentrum des Prozesses steht der Webbrowser Chrome, der weltweit Marktführer ist. Mit einem Anteil von rund 60 Prozent in den USA und etwa zwei Dritteln weltweit dominiert Chrome den Markt. Das US-Justizministerium fordert, dass Google den Browser verkaufen muss, um die Wettbewerbsbedingungen zu verbessern. Zusätzlich sollen weitere Maßnahmen eingeführt werden, um Googles Marktmacht einzuschränken.
Zu den geplanten Maßnahmen gehört ein fünfjähriges Verbot für Google, wieder in den Browsermarkt einzusteigen. Außerdem sollen Konkurrenten Zugang zu Daten erhalten, die bisher durch Googles Geschäftspraktiken abgeschottet waren. Das Ministerium wirft Google vor, durch illegale Monopolbildung wichtige Vertriebskanäle und Partner für Mitbewerber blockiert zu haben. Google bezeichnete die Forderungen als überzogen und argumentiert, dass sie der Wirtschaft und den Verbrauchern schaden würden. Bis Dezember hat das Unternehmen Zeit, Gegenvorschläge einzureichen. Die gerichtliche Verhandlung ist für April 2025 angesetzt.
Bereits im August hatte ein Bundesrichter festgestellt, dass Google durch hohe Zahlungen an andere Unternehmen für die Vorinstallation seiner Suchmaschine auf Geräten ein illegales Monopol geschaffen hat. Dieses Urteil führte zu einer Verschärfung der Gangart der US-Regierung. Die Entwicklungen zeigen einen deutlichen Wandel in der Haltung gegenüber den großen Technologieunternehmen, nachdem diese über Jahre hinweg weitgehend unreguliert agieren konnten. Auch in der Europäischen Union sieht sich Google wachsendem Druck ausgesetzt, was den globalen Charakter der Problematik unterstreicht.
Die Kritik an Google wird auch von Mitbewerbern wie DuckDuckGo unterstützt. Das Unternehmen sieht in den Maßnahmen eine Chance, die Markteintrittsbarrieren zu senken und faireren Wettbewerb zu schaffen. Gleichzeitig bleibt der Ausgang des Verfahrens unsicher. Der zukünftige Kurs könnte durch die Politik von Donald Trump beeinflusst werden, der am 20. Januar als Präsident vereidigt wird. Während des Wahlkampfs äußerte sich Trump skeptisch gegenüber einer Zerschlagung Googles, da er befürchtet, dass ein solcher Schritt Chinas Position stärken könnte.
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Zur AktienanalyseEine mögliche Trennung von Googles Smartphone-System Android wird derzeit nicht aktiv verfolgt, da dies als zu komplex gilt. Dennoch hält die Regierung diese Option als Druckmittel aufrecht, sollte sich Google nicht kooperativ zeigen. Wie das Gericht letztlich entscheiden wird, bleibt abzuwarten, doch die Debatte um die Macht der Tech-Konzerne hat neue Dimensionen erreicht.


