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Google stoppt YouTube-Messdienst in Großbritannien

Der US-Technologiekonzern Google hat die britischen Messdienstleister Barb und Kantar gezwungen, einen innovativen Service zur Erfassung von YouTube-Zuschauerzahlen einzustellen. Der erst im Sommer 2024 gestartete Dienst sollte YouTube-Kanäle mit traditio

Google stoppt YouTube-Messdienst in Großbritannien

Google hat mit rechtlichen Schritten die Einstellung eines britischen Messdienstes erzwungen, der YouTube-Zuschauerzahlen mit denen traditioneller TV-Sender und Streaming-Plattformen vergleichen sollte. Wie die Financial Times berichtet, verschickte der US-Konzern nur wenige Monate nach dem Start des Services im vergangenen Sommer eine Unterlassungserklärung an den Marktforscher Kantar.

Verstoß gegen Nutzungsbedingungen

In dem juristischen Schreiben argumentierte Google, dass der Messdienst gegen die eigenen Nutzungsbedingungen verstoße. Der Dienst habe auf Daten zugegriffen, die zur Zuordnung von Sehsitzungen zu bestimmten Content-Erstellern dienen. Diese Praxis sei nicht mit den Richtlinien der Plattform vereinbar.

Wegweisende Initiative gestoppt

Der britische Branchenstandard für TV-Messungen, Barb, hatte sich 2024 mit Kantar Media zusammengetan, um eine als "wegweisend" bezeichnete Initiative zu starten. Ziel war es, YouTube-Inhalte, die über Fernsehgeräte konsumiert werden, erstmals systematisch zu erfassen. Der Service sollte YouTube-Kanäle mithilfe derselben Methodik messen wie lineares Fernsehen und andere Streaming-Dienste.

Bedeutung für die Medienbranche

Die Einstellung des Dienstes ist ein Rückschlag für die Medienbranche, die zunehmend nach vergleichbaren Messmethoden für digitale und traditionelle Medien sucht. Werbetreibende und Medienhäuser sind auf verlässliche, plattformübergreifende Zuschauerdaten angewiesen, um ihre Budgets optimal einzusetzen. Mit der Blockade des Messdienstes behält Google die Kontrolle über die eigenen Nutzungsdaten.

Googles Marktmacht im Fokus

Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Marktmacht von Google und dessen Tochterunternehmen YouTube auf. Während traditionelle Medien ihre Reichweiten transparent machen müssen, können digitale Plattformen selbst entscheiden, welche Daten sie mit unabhängigen Messdiensten teilen. Dies erschwert einen fairen Wettbewerb um Werbegelder zwischen klassischen und digitalen Medien.

Laut Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, wurde der Dienst infolge der rechtlichen Schritte ausgesetzt. Weder Google noch Kantar haben sich bislang öffentlich zu den Details des Rechtsstreits geäußert.

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