Google stoppt KI-Bildgenerierung in Earth nach Richtlinienverstößen
Nur einen Tag nach dem Launch zieht Google die KI-Funktion in Google Earth zurück – Nutzer teilten richtlinienwidrige Bilder.

Google hat am Freitag eine erst einen Tag zuvor eingeführte KI-Funktion in Google Earth wieder deaktiviert. Nutzer hatten Bilder geteilt, die offenbar gegen die Unternehmensrichtlinien verstießen. Die Alphabet-Tochter reagierte damit ungewöhnlich schnell auf die aufgetretenen Probleme.
Die zurückgezogene Funktion basierte auf Googles KI-Modell Nano Banana 2 und ermöglichte es Nutzern, fotorealistische Bilder zu erstellen. Grundlage dafür waren Satelliten-, Luft- und 3D-Aufnahmen von Google Earth. Per Texteingabe konnte jeder Nutzer für nahezu jeden Ort der Welt entsprechende Bilder generieren lassen.
Desinformationspotenzial sorgt für Kritik
Das Tool war bereits vor seiner Abschaltung in die Kritik geraten. Kritiker bemängelten, dass die Funktion es ermöglichte, fiktive Szenarien über reale Aufnahmen von Denkmälern und Wahrzeichen zu legen – ein erhebliches Potenzial für Desinformation.
„Wir haben gesehen, dass Geodaten-Experten diese Funktion für eine Reihe nützlicher Zwecke nutzen. Wir haben jedoch auch beobachtet, dass Screenshots von generierten Bildern geteilt wurden, die anscheinend gegen unsere Richtlinien verstoßen", teilte Google auf X mit. Das Unternehmen kündigte an, die Funktion zu pausieren, während man an strengeren Sicherheitsvorkehrungen arbeite.
Google machte keine genauen Angaben dazu, welche konkreten Arten von Bildern gegen die Richtlinien verstießen. Das Unternehmen betonte jedoch, dass die generierten Bilder nicht in der Hauptanwendung von Google Earth erschienen seien. Zudem waren sie mit einem Wasserzeichen als KI-generiert gekennzeichnet.
Kein Einzelfall in der Tech-Branche
Der Vorfall bei Google reiht sich in eine wachsende Liste ähnlicher Rückzieher großer Technologiekonzerne ein. Während Tech-Giganten die Integration von KI-Tools in ihre Produkte massiv vorantreiben, mussten sie Funktionen als Reaktion auf Nutzerverstöße, Desinformation und Richtlinienbedenken wiederholt anpassen, einschränken oder vorübergehend deaktivieren.
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Zur AktienanalyseEin vergleichbarer Fall ereignete sich Anfang Juli bei Meta. Der Facebook-Mutterkonzern stellte seine KI-Funktion Muse Image ein, die es Nutzern erlaubte, Bilder unter Verwendung öffentlicher Instagram-Konten zu generieren. Auch hier folgte die Abschaltung auf breite Kritik – unter anderem von einer Hollywood-Gewerkschaft, die Datenschutzbedenken äußerte.
Für Anleger und Beobachter des KI-Sektors verdeutlicht der Vorfall ein strukturelles Problem der Branche: Die rasante Einführung neuer KI-Funktionen geht häufig schneller vonstatten, als die dazugehörigen Sicherheits- und Richtlinienrahmen entwickelt werden können. Alphabet, Mutterkonzern von Google, steht wie viele andere Tech-Unternehmen vor der Herausforderung, Innovation und Verantwortung im KI-Bereich in Einklang zu bringen. Die Fähigkeit, schnell auf Missbrauch zu reagieren, ist dabei ebenso wichtig wie die Geschwindigkeit der Produkteinführung selbst.


