Google schließt geheimen KI-Vertrag mit dem US-Pentagon ab
Alphabet reiht sich neben OpenAI und xAI ein – das Pentagon darf Googles KI für jeden rechtmäßigen Regierungszweck nutzen.

Googles Muttergesellschaft Alphabet hat eine geheime Vereinbarung mit dem US-Verteidigungsministerium über die Nutzung seiner Künstlichen Intelligenz unterzeichnet. Dies berichtete das Technologiemagazin „The Information" am Dienstag unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Die Vereinbarung erlaubt es dem Pentagon, die KI von Google für „jeden rechtmäßigen Regierungszweck" einzusetzen.
Damit reiht sich Alphabet neben OpenAI und Elon Musks xAI ein, die ebenfalls Verträge über die Bereitstellung von KI-Modellen für die Nutzung in geheimen Bereichen abgeschlossen haben. Geheime Netzwerke werden für eine Vielzahl sensibler Aufgaben genutzt – darunter die Einsatzplanung und die Zielerfassung von Waffen. Der Schritt markiert eine bedeutende Ausweitung der Zusammenarbeit zwischen dem Silicon Valley und dem US-Militär.
Verträge im Wert von bis zu 200 Millionen Dollar
Das Pentagon hatte bereits im Jahr 2025 Verträge im Wert von jeweils bis zu 200 Millionen US-Dollar mit führenden KI-Laboren unterzeichnet – darunter Anthropic, OpenAI und Google. Die neue Vereinbarung mit Google stellt laut einem Sprecher von Google Public Sector, der Einheit für das US-Regierungsgeschäft, eine Ergänzung zum bestehenden Vertrag dar. Reuters hatte zuvor berichtet, dass das Pentagon führende KI-Unternehmen dazu gedrängt habe, ihre Werkzeuge in geheimen Netzwerken ohne die üblichen Nutzungsbeschränkungen bereitzustellen.
Die Vereinbarung verpflichtet Google dazu, auf Ersuchen der Regierung bei der Anpassung der KI-Sicherheitseinstellungen und -Filter behilflich zu sein. Dies ist ein bemerkenswerter Punkt, da Technologieentwickler üblicherweise vor dem Einsatz unzuverlässiger KI in Waffensystemen warnen. Das Pentagon ist laut Bericht bestrebt, sich jegliche Flexibilität in der Verteidigung zu bewahren und sich nicht durch solche Warnungen einschränken zu lassen.
Klauseln zu autonomen Waffen und Überwachung
Der Vertrag enthält eine Formulierung, wonach „die Parteien darin übereinstimmen, dass das KI-System nicht für die inländische Massenüberwachung oder autonome Waffen – einschließlich der Zielauswahl – ohne angemessene menschliche Aufsicht und Kontrolle vorgesehen ist und nicht dafür verwendet werden sollte". Diese Klausel klingt zunächst nach einer klaren Einschränkung.
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Zur AktienanalyseGleichzeitig enthält der Vertrag jedoch einen wichtigen Vorbehalt: Die „Vereinbarung überträgt kein Recht zur Kontrolle oder zum Veto gegen rechtmäßige operative Entscheidungen der Regierung". Dies bedeutet in der Praxis, dass Google zwar Bedenken äußern kann, letztlich aber keine Entscheidungshoheit über den konkreten Einsatz seiner KI-Technologie durch das Militär besitzt.
Reuters konnte den Bericht von „The Information" nicht unabhängig verifizieren. Alphabet und das US-Verteidigungsministerium – das von Präsident Donald Trump inzwischen in „Department of War" umbenannt wurde – reagierten zunächst nicht auf Anfragen zur Stellungnahme. Der Deal verdeutlicht den wachsenden Wettbewerb unter Technologiekonzernen um lukrative Regierungsaufträge im Bereich Künstliche Intelligenz.


