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Google muss 425 Millionen Dollar Strafe zahlen

Gericht sieht unerlaubte Datensammlung trotz deaktivierter Tracking-Funktion über Jahre hinweg

Google muss 425 Millionen Dollar Strafe zahlen

Ein US-Geschworenengericht hat den Technologiekonzern Google zu einer Geldstrafe von 425 Millionen Dollar verurteilt. Hintergrund ist der Vorwurf, dass das Unternehmen über Jahre hinweg Daten von Nutzern gesammelt hat, obwohl diese eine entsprechende Funktion in ihren Kontoeinstellungen deaktiviert hatten. Laut den Klägeranwälten betrifft das Urteil rund 98 Millionen Google-Nutzer und 174 Millionen Geräte, die trotz deaktivierter Personalisierung weiterhin Datenübertragungen an den Konzern zuließen.

Die Sammelklage richtete sich gegen das Vorgehen des Unternehmens, das nach Angaben der Kläger acht Jahre lang fortgesetzt wurde. Google soll in dieser Zeit auf Mobilgeräte zugegriffen haben, um Daten zu sammeln, zu speichern und zu nutzen. Dieses Vorgehen habe gegen die eigenen Datenschutzbestimmungen verstoßen, insbesondere gegen die Richtlinien, die im Rahmen der Web- und App-Aktivitätseinstellungen galten. David Boies, Anwalt der Kläger, erklärte, dass seine Mandanten mit der Entscheidung der Jury sehr zufrieden seien.

Google bestritt die Vorwürfe während des Prozesses und verwies darauf, dass die erhobenen Daten nicht personenbezogen seien. Nach Darstellung des Unternehmens seien die Informationen pseudonymisiert, an voneinander getrennten Orten gespeichert und zusätzlich verschlüsselt worden. Eine direkte Verknüpfung mit einzelnen Nutzerkonten oder der Identität einzelner Personen habe nicht stattgefunden. Mit dieser Argumentation wollte der Konzern die Klage entkräften, konnte sich vor Gericht jedoch nicht durchsetzen.

Ein Sprecher von Google kündigte an, das Unternehmen werde gegen das Urteil Berufung einlegen. Er erklärte, die Entscheidung der Jury missverstehe, wie die Produkte von Google funktionierten. Die Datenschutz-Tools des Unternehmens gäben den Menschen die Kontrolle über ihre Daten, und die Entscheidung zur Deaktivierung von Personalisierungen werde respektiert. Google sieht sich durch die Strafe daher nicht nur finanziell belastet, sondern auch in seinem Umgang mit Nutzerdaten grundlegend missverstanden.

Die Verurteilung wegen des Datenschutzfalls fällt in eine Zeit, in der Google in den USA auch mit anderen rechtlichen Auseinandersetzungen konfrontiert ist. Erst kürzlich hatte ein Gericht ein Verfahren wegen Monopolmissbrauchs im Bereich der Websuche entschieden, bei dem die Zerschlagung des Konzerns im Raum stand. Diese Maßnahme wurde jedoch abgelehnt, sodass das Unternehmen zwar in Teilen beschränkt, aber nicht strukturell aufgespalten wurde. Die nun verhängte Strafe zeigt, dass die juristische Auseinandersetzung um den Umgang mit Nutzerdaten für Google weitergeht und erhebliche Folgen haben kann.

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