Google lehnt US-Quantenfonds ab – Bedingungen bremsen Entwicklung
Google verzichtet auf US-Fördergelder in Höhe von 2 Milliarden Dollar, weil Auflagen die Quantenforschung verlangsamen würden.

Google hat die Teilnahme an der jüngsten Förderinitiative der US-Regierung für den Quantencomputing-Sektor abgelehnt. Das 2-Milliarden-Dollar-Programm der Trump-Administration wurde im Mai 2026 angekündigt – doch der Technologieriese fehlte auffällig auf der Liste der neun Empfänger. Als Grund nannte das Unternehmen Bedenken, dass die geknüpften Bedingungen die Entwicklung der Technologie verlangsamen würden.
Charina Chou, COO von Google Quantum AI, bestätigte die Entscheidung auf dem Semafor Tech Summit in San Francisco am 10. Juni. Sie erklärte, das Unternehmen habe sich aufgrund „verschiedener mit der Finanzierung verbundener Bedingungen" zurückgezogen, die es daran gehindert hätten, mit der gewünschten Geschwindigkeit beim Bau eines funktionsfähigen Quantencomputers voranzukommen. Damit liefert Google erstmals eine offizielle Erklärung für sein Fehlen auf der Empfängerliste.
Wer erhält die Fördergelder?
Das 2-Milliarden-Dollar-Paket ist eher als Absichtserklärungen denn als endgültige Verträge strukturiert. Zu den neun geförderten Unternehmen zählen IBM, GlobalFoundries, Quantinuum, PsiQuantum, Rigetti Computing und Infleqtion. Neben Google fehlen auch Microsoft und IonQ auf der Liste – drei der bekanntesten Namen im globalen Quantencomputing.
Die genauen Bedingungen, die an das Kapital geknüpft sind, wurden nicht öffentlich bekannt gegeben. Es bleibt unklar, ob die Mittel an technologische Meilensteine gebunden sind – ein Detail, das laut Semafor unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person noch nicht vollständig geklärt wurde. Die Initiative verfolgt das übergeordnete Ziel, Chinas beschleunigten Quantenfähigkeiten entgegenzuwirken und die heimische Lieferkette für diese Technologie zu stärken.
Googles Haltung: Kein Nein zur Regierung, aber Nein zu Auflagen
Chou war darauf bedacht, die Ablehnung als spezifisch für dieses Programm darzustellen – nicht als generelle Absage an eine Zusammenarbeit mit Washington. Das Unternehmen arbeite mit der Regierung „auf andere Weise" zusammen, betonte sie. Gleichzeitig forderte sie die Regierung auf, die Mittel für die Quanten-Grundlagenforschung aufzustocken – jene Art von Forschung, die in nationalen Labors durchgeführt wird, mit denen Google bereits kooperiert.
Diese Unterscheidung wurde von Pete Shadbolt, Mitbegründer von PsiQuantum, unterstrichen, der auf derselben Veranstaltung sprach. Er verteidigte das staatliche Engagement und bezeichnete es als „völlig natürlich", dass die US-Regierung in diesen Sektor investiere. „Sie hat Auswirkungen auf die nationale Sicherheit", so Shadbolt. PsiQuantum gehört zu den neun Empfängern der staatlichen Förderung.
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Zur AktienanalyseTalentmangel als weiteres Risiko für die Branche
Über den Finanzierungsstreit hinaus äußerte Chou eine weitere Sorge mit potenziell weitreichenden Folgen: die Schwierigkeit, internationale akademische Talente unter der verschärften Einwanderungs- und Visapolitik der Trump-Administration zu rekrutieren. „Wir werden die besten Talente aus der ganzen Welt brauchen, um diese Technologie zu ermöglichen", sagte sie. Das derzeitige Klima sei „herausfordernd", und die Einschränkung globaler Talentströme könnte die Fähigkeit der USA untergraben, gegenüber China die Nase vorn zu behalten.
Analysten von Cohen & Company Capital Markets wiesen darauf hin, dass das Fehlen von Google, Microsoft und IonQ auf der Empfängerliste einen „vergleichsweisen Nachteil" für diese Unternehmen bei künftigen Aufträgen der US-Regierung darstellen könnte. Da Behörden beginnen, Quantenanforderungen in der Beschaffung festzulegen, ist dies eine reale kommerzielle Erwägung. IBM hingegen, als gefördertes Unternehmen, hat Investoren mitgeteilt, bis 2029 sein erstes effektives, skalierbares Quantensystem ausliefern zu wollen.


