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Google entwickelt neuen Chip für effizienteren Betrieb von Gemini-KI

Der intern als „Frozen v2" bekannte Server-Chip soll KI-Modelle direkt in Hardware integrieren und Rechenkapazitäten deutlich steigern.

Google entwickelt neuen Chip für effizienteren Betrieb von Gemini-KI

Google arbeitet an einem neuen Server-Chip, der Elemente seines Gemini-KI-Modells direkt in die Hardware einbetten soll. Das berichtete „The Information" am Montag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Ziel des Projekts ist es, KI-Modelle effizienter für Nutzer bereitzustellen und einen bestehenden Engpass bei den KI-Rechenkapazitäten zu beheben.

Der neue Chip trägt intern den informellen Namen „Frozen v2" und soll laut dem Bericht bereits im Jahr 2028 zum Einsatz kommen. Googles Ingenieure arbeiten derzeit noch am endgültigen Design sowie an der Frage, wie viele Modellinformationen fest in die Hardware integriert werden sollen. Das Projekt befindet sich damit noch in einer frühen Entwicklungsphase.

Die Alphabet-Aktie reagierte positiv auf die Berichte und legte im frühen Handel um 3 Prozent zu. Alphabet ist die Muttergesellschaft von Google und zählt zu den führenden Technologiekonzernen weltweit.

Deutlich effizienter als bestehende KI-Chips

Besonders bemerkenswert ist das angestrebte Leistungsniveau des neuen Chips. Laut dem Bericht könnte „Frozen v2" sechs- bis zehnmal effizienter sein als Googles neueste spezialisierte KI-Chips – gemessen an der Anzahl der pro Energieeinheit verarbeiteten KI-Token. Dieser Wert ist ein zentraler Maßstab für die Wirtschaftlichkeit von KI-Infrastruktur.

Das Projekt „Frozen" zielt darauf ab, eine neue Reihe hauseigener Chips zu entwickeln, die parallel zu Googles bestehenden Tensor Processing Units (TPUs) betrieben werden sollen – nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung. TPUs sind Googles speziell für maschinelles Lernen entwickelte Prozessoren, die bereits seit Jahren im Einsatz sind und das Rückgrat der Google-KI-Infrastruktur bilden.

Interner Druck und abgelehnte Cloud-Aufträge

Der Hintergrund des Projekts ist auch ein interner: Der bestehende Mangel an KI-Rechenkapazitäten hat laut dem Bericht zu Spannungen innerhalb des Unternehmens geführt. Google Cloud sah sich demnach gezwungen, Aufträge von externen Kunden abzulehnen – ein ungewöhnlicher Schritt für einen der größten Cloud-Anbieter der Welt und ein deutliches Zeichen für den enormen Nachfragedruck im KI-Bereich.

Parallel dazu berichtete Bloomberg News vergangene Woche, dass Google den Start seines neuesten Gemini-KI-Modells verschoben habe, nachdem interne Ziele verfehlt worden waren. Das Unternehmen arbeite daran, die Fähigkeiten des Modells zu verbessern – insbesondere im Bereich Programmierung. Google selbst reagierte auf eine Anfrage von Reuters zunächst nicht.

Die Entwicklung eines eigenen, hochspezialisierten Chips unterstreicht den strategischen Kurs großer Technologiekonzerne, sich zunehmend von externen Chip-Lieferanten wie Nvidia unabhängiger zu machen. Für Anleger zeigt die Kursreaktion der Alphabet-Aktie, dass der Markt solche Innovationsschritte im hart umkämpften KI-Markt positiv bewertet.

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