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Google behält Drittanbieter-Cookies bei Chrome bei

Nutzer sollen selbst über die Verwendung von Cookies entscheiden können

Google behält Drittanbieter-Cookies bei Chrome bei

Google hat überraschend beschlossen, Drittanbieter-Cookies im Chrome-Browser weiterhin zuzulassen. Damit rückt der Konzern von seinem ursprünglichen Plan ab, diese Art von Cookies standardmäßig zu blockieren. Diese Entscheidung bedeutet, dass Nutzer im Internet weiterhin von Werbetreibenden über verschiedene Webseiten hinweg verfolgt werden können. Drittanbieter-Cookies werden nicht von der besuchten Webseite selbst gesetzt, sondern beispielsweise von Werbedienstleistern. Durch diese Cookies ist es möglich, Nutzerprofile zu erstellen und personalisierte Werbung zu schalten, was für die Werbewirtschaft von großer Bedeutung ist.

Im Gegensatz dazu sind in Apples Web-Browser Safari und in Mozillas Firefox Drittanbieter-Cookies standardmäßig blockiert. Diese Einstellung muss von den Nutzern manuell geändert werden, wenn sie solche Cookies zulassen möchten. Google verfolgt nun einen anderen Ansatz: Statt die Cookies standardmäßig zu blockieren, sollen die Nutzer selbst entscheiden, ob sie diese aktivieren oder nicht. Diese bewusste Entscheidung über die Verwendung von Cookies soll den Nutzern mehr Kontrolle über ihre Privatsphäre im Internet geben.

Der ursprüngliche Plan von Google, Drittanbieter-Cookies zu blockieren, stieß auf erheblichen Widerstand aus der Werbeindustrie und von Regulierungsbehörden. Britische Aufsichtsbehörden untersuchen seit 2021, ob das Vorhaben den Wettbewerb bei digitaler Werbung beeinträchtigen könnte. Kritiker befürchten, dass die Blockierung von Drittanbieter-Cookies die Konkurrenz im Bereich der Internetwerbung schwächen und gleichzeitig Googles eigene Werbeangebote stärken könnte. Mit einem Marktanteil von über 60 Prozent bei den Browsern hat Chrome eine dominante Position, was die Auswirkungen solcher Entscheidungen besonders bedeutend macht.

In Deutschland dominiert Chrome trotz der früheren Beliebtheit von Firefox weiterhin den Markt. Im Mai 2024 lag der Marktanteil von Chrome bei Desktop- und Notebook-Nutzern bei 54,6 Prozent. Firefox, einst der führende Browser mit einem Marktanteil von über 60 Prozent im Jahr 2010/2011, fiel auf 16,7 Prozent zurück. Microsofts Edge-Browser belegte mit etwa 15 Prozent den dritten Platz, gefolgt von Apples Safari mit 7,4 Prozent.

Die Entscheidung von Google, Drittanbieter-Cookies nicht standardmäßig zu blockieren, hat auch aus Nutzersicht Vorteile. Das Blockieren dieser Cookies, ob standardmäßig oder manuell, verbessert den Schutz der Privatsphäre und die Sicherheit beim Surfen im Internet. Dennoch bleibt die Frage, wie sich dieser Schritt auf den Wettbewerb in der digitalen Werbewelt auswirken wird und ob Regulierungsbehörden weitere Maßnahmen ergreifen werden, um einen fairen Wettbewerb sicherzustellen.

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