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Golfbörsen steigen trotz Unsicherheit im US-Iran-Konflikt

Iranischer Friedensvorschlag zur Straße von Hormus belastet Ölpreise, während Golfbörsen moderate Gewinne verbuchen.

Golfbörsen steigen trotz Unsicherheit im US-Iran-Konflikt

Die Börsen der Golfregion schlossen am Freitag mit leichten Gewinnen, doch die anhaltende Unsicherheit rund um die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran begrenzte das Aufwärtspotenzial spürbar. Im Mittelpunkt stand ein neuer diplomatischer Vorstoß Teherans, der die geopolitische Lage in der Region neu bewertet.

Ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter erklärte, der Iran habe einen Plan vorgeschlagen, der die Schifffahrt durch die strategisch bedeutsame Straße von Hormus wieder ermöglichen und gleichzeitig die US-Blockade gegen den Iran aufheben würde. Im Gegenzug sollen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. US-Präsident Trump lehnte diesen Vorschlag bislang ab.

Ölpreis unter Druck

Der iranische Friedensvorschlag hinterließ deutliche Spuren am Ölmarkt. Die Brent-Rohöl-Futures für Juli schlossen am Freitag bei 108,17 US-Dollar pro Barrel – ein Rückgang von 2,23 Dollar oder 2,02 Prozent. Für Anleger weltweit ist die Straße von Hormus von enormer Bedeutung: Durch diesen engen Meeresweg zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel wird ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels abgewickelt.

Der saudi-arabische Leitindex TASI legte trotz des schwierigen Umfelds um 0,1 Prozent zu. Treiber war vor allem die Saudi Arabian Mining Company, die um 2,5 Prozent zulegte. Auf der anderen Seite gab der Ölriese Saudi Aramco um 0,9 Prozent nach – ein direktes Spiegelbild des fallenden Ölpreises, da das Unternehmen als weltgrößter Ölproduzent besonders sensibel auf Preisbewegungen am Rohstoffmarkt reagiert.

Katar und Ägypten mit stärkeren Gewinnen

Deutlicher fiel das Plus in Katar aus: Der katarische Index QSI gewann 0,4 Prozent hinzu. Besonders stark zeigte sich die Qatar National Bank, der größte Kreditgeber der gesamten Golfregion, mit einem Anstieg von 1,4 Prozent. Die Bank gilt als Barometer für die wirtschaftliche Stimmung in der Region.

Außerhalb der Golfregion verzeichnete Ägypten ebenfalls Gewinne. Der ägyptische Blue-Chip-Index EGX30 kletterte um 1,1 Prozent. Die Commercial International Bank, eines der führenden Geldinstitute des Landes, legte dabei um 0,7 Prozent zu. Ägypten profitiert als wichtiges Transitland für den Suezkanal ebenfalls von der geopolitischen Entwicklung in der Region.

Die Entwicklungen verdeutlichen, wie eng die Finanzmärkte der Golfregion mit den geopolitischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran verknüpft sind. Solange keine klare diplomatische Lösung in Sicht ist, dürfte die Volatilität an den regionalen Börsen und am Ölmarkt anhalten.

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