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Goldpreis zwischen Zinsdruck und Stagflationsängsten bei 4.405 USD

Gold bewegt sich im Spannungsfeld restriktiver Geldpolitik und wachsender Stagflationsrisiken.

• 2 Min
Goldpreis zwischen Zinsdruck und Stagflationsängsten bei 4.405 USD

Die globalen Finanzmärkte befinden sich in einer Phase erhöhter Volatilität, geprägt durch eine restriktive Geldpolitik der Zentralbanken, geopolitische Spannungen und wachsende Inflationssorgen. Im Zentrum dieser Entwicklung steht der Goldpreis, der sich in einem ambivalenten Umfeld zwischen kurzfristigem Druck und einem konstruktiven langfristigen Ausblick bewegt.

Die US-Notenbank Federal Reserve hat unter Fed-Chef Kevin Warsh die Zinswende eingeleitet und den Zielkorridor um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Ziel ist es, die Inflation zeitnah auf das 2-Prozent-Ziel zurückzuführen. Während die falkenhafte Haltung der Fed und die Aussicht auf weitere Zinsschritte die US-Renditen und den Dollar stützen, erhöhen sie gleichzeitig die Opportunitätskosten für das zinslose Gold.

Dies führt kurzfristig zu Abflüssen aus Gold-ETFs und veranlasste Institute wie die OCBC dazu, ihre kurzfristigen Prognosen zu senken. Am 17. September 2026 notierte Gold bei rund 4.405 US-Dollar. Die charttechnischen Unterstützungen liegen bei 4.302,84 und 4.218,17 US-Dollar, während die Widerstände bei 4.442,64 und 4.497,77 US-Dollar das aktuelle Tauziehen widerspiegeln.

Stagflationsrisiken belasten die Märkte

Parallel dazu wächst die Sorge vor einer Stagflation. Eskalierende Konflikte im Nahen Osten haben die Energiepreise massiv ansteigen lassen – Brent-Öl notiert wieder über 100 US-Dollar pro Barrel. Experten wie Chris Jeffery von LGIM warnen, dass die Kombination aus steigenden Kreditkosten und hohen Energiekosten die Stabilität der Märkte gefährdet.

Während die Weltwirtschaft durch den KI-Boom bisher widerstandsfähig blieb, zeigen sich erste Risse in der Konsumgüterbranche. Die Kaufkraft der Haushalte wird durch hohe Hypothekenzinsen und Energiekosten zunehmend belastet. Auch politisch bleibt die Lage angespannt: Die USA haben neue Sanktionen gegen Russland verabschiedet, und die Spekulationen über weitere Zinsschritte vor den US-Kongresswahlen sorgen für zusätzlichen Zündstoff.

Zentralbanken treiben die Goldnachfrage

Trotz dieser Herausforderungen bleibt das fundamentale Bild für Gold robust. Die UBS betont, dass steigende globale Staatsverschuldungen, die Erwartung eines langfristig schwächeren Dollars sowie geopolitische Unsicherheiten das Edelmetall stützen. Ein wesentlicher Pfeiler ist die anhaltende Nachfrage der Zentralbanken, die Gold zunehmend als Asset ohne Verbindlichkeitsrisiko zur Diversifizierung nutzen.

So setzte die chinesische Zentralbank ihre Käufe im August den 22. Monat in Folge fort, unterstützt durch Zukäufe aus Polen und Usbekistan. Die UBS rechnet mit einer jährlichen Nachfrage der Zentralbanken von 750 bis 1.000 Tonnen. Dies unterstreicht die strategische Bedeutung des Edelmetalls in einem Umfeld wachsender Unsicherheiten.

Langfristprognosen bleiben optimistisch

Langfristig zeigt sich die UBS optimistisch und prognostiziert einen Anstieg des Goldpreises auf 4.600 US-Dollar bis Ende 2026, mit weiteren Zielen von bis zu 5.400 US-Dollar bis September 2027. Rücksetzer in Richtung der 4.000-US-Dollar-Marke werden dabei als attraktive Einstiegsgelegenheiten bewertet.

Marktteilnehmer beobachten nun aufmerksam die weiteren geldpolitischen Signale – etwa der Bank of England und der EZB – sowie die anstehenden US-Konjunkturdaten. Entscheidend wird sein, ob die wirtschaftliche Expansion trotz der restriktiven Rahmenbedingungen Bestand haben kann. Für Anleger bleibt Gold damit einerseits kurzfristig unter Druck, andererseits ein wichtiger strategischer Baustein zur Absicherung gegen Inflation und geopolitische Risiken.

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