Goldpreis unter Druck: Iran-Konflikt und Fed-Zinsen belasten
Unsicherheit über den Iran-Konflikt und mögliche US-Zinserhöhungen drücken den Goldpreis zum Wochenschluss ins Minus.

Die Goldpreise gaben am Freitag im asiatischen Handel nach und steuerten auf einen verhaltenen Wochenschluss zu. Der Spot-Goldpreis sank um 0,4 Prozent auf 4.526,50 US-Dollar je Unze, während Gold-Futures ebenfalls um 0,4 Prozent auf 4.528,37 US-Dollar fielen. Auf Wochensicht droht dem Edelmetall damit ein Minus von rund 0,2 Prozent.
Ausschlaggebend für die Schwäche sind anhaltende Unsicherheiten rund um den Iran-Konflikt sowie deren Auswirkungen auf die Inflation und die US-Zinspolitik. Die Märkte reagierten in dieser Woche auf stark gemischte Signale aus Washington und Teheran, was zu erheblichen Kursschwankungen beim Gold führte.
Iran-Konflikt sorgt für Verunsicherung
US-Präsident Donald Trump hatte zunächst einen Militärschlag gegen den Iran verschoben, und Berichte über einen vorliegenden Entwurf für ein Friedensabkommen schürten kurzzeitig Optimismus. Doch Trump drohte gleichzeitig mit einem baldigen Angriff, sollte Teheran keinem Abkommen zustimmen. Die nuklearen Aktivitäten des Iran bleiben dabei ein zentraler Streitpunkt.
Berichten zufolge lehnte der Iran die US-Forderung nach einer Übergabe seines angereicherten Urans weitgehend ab. Zusätzlich kritisierten US-Beamte die Pläne Teherans, Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu erheben – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den globalen Ölhandel. Die Ölströme durch den Kanal blieben gering, was die Rohölpreise auf hohem Niveau hielt.
Fed-Protokoll schürt Zinserhöhungs-Spekulationen
Der anhaltende Konflikt beunruhigt die Märkte vor allem wegen seiner Auswirkungen auf die Inflation. Die US-Inflation stieg in den letzten zwei Monaten aufgrund höherer Ölpreise stark an. Dies löste verstärkte Spekulationen aus, dass die US-Notenbank Federal Reserve in diesem Jahr sogar zu Zinserhöhungen gezwungen sein könnte – ein Szenario, das für Gold als unverzinstes Anlagegut besonders ungünstig ist.
Das Protokoll der Fed-Sitzung von Ende April, das in dieser Woche veröffentlicht wurde, zeigte, dass eine wachsende Zahl von Entscheidungsträgern Zinserhöhungen befürwortet. Höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten des Goldhaltens, da Anleger dann mit verzinsten Anlagen wie Staatsanleihen attraktivere Renditen erzielen können.
Die Analysten der OCBC brachten das Dilemma für den Goldmarkt auf den Punkt: „Gold bleibt zwischen zwei Kräften gefangen: Niedrigere Renditen und Ölpreise wirken unterstützend, aber jeder erneute Anstieg bei Rohöl lässt die Sorgen um die Inflation und eine Straffung durch die Fed schnell wieder aufleben." Weiter hieß es: „Vorerst ist die kurzfristige Tendenz weniger bärisch als zu Beginn der Woche, aber das Aufwärtspotenzial erscheint weiterhin begrenzt, sofern Ölpreise und Renditen nicht deutlicher nachgeben."
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Zur AktienanalyseAnleiherenditen bleiben auf erhöhtem Niveau
Ein sprunghafter Anstieg der Anleiherenditen, insbesondere bei US-Staatsanleihen, hatte die Metallmärkte in den vergangenen Wochen zusätzlich belastet. Obwohl die Renditen in dieser Woche von ihren jüngsten Höchstständen zurückgingen, blieben sie auf einem relativ hohen Niveau und übten damit weiterhin Druck auf den Goldpreis aus.
Auch andere Edelmetalle zeigten sich zum Wochenschluss schwächer. Spot-Platin verlor 0,5 Prozent auf 1.961,44 US-Dollar je Unze, während Spot-Silber um 0,3 Prozent auf 76,825 US-Dollar je Unze nachgab. Der gesamte Edelmetallsektor steuert damit auf eine verhaltene Wochenbilanz zu – geprägt von geopolitischer Unsicherheit und dem Damoklesschwert steigender US-Zinsen.


