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Goldpreis-Prognose: Analyst sieht Potenzial für 10.000 Dollar je Unze

SBG Securities rechnet mit massivem Anstieg durch Zinssenkungen und schwachen Dollar – Goldaktien verlieren Hebelwirkung

Goldpreis-Prognose: Analyst sieht Potenzial für 10.000 Dollar je Unze

Der Goldpreis könnte in diesem Jahr auf bis zu 10.000 Dollar je Unze steigen. Diese außergewöhnliche Prognose stammt von Adrian Hammond, Analyst bei SBG Securities, der vor allem eine lockere Geldpolitik und einen schwächelnden US-Dollar als Treiber sieht. Bereits jetzt notiert Gold nahe historischer Höchststände und befindet sich laut Hammond in seiner "letzten Phase" der Aufwärtsbewegung.

Die Goldpreisentwicklung wird zunehmend von makroökonomischen Faktoren bestimmt. Ein Preisanstieg um 10 Prozent von 3.000 Dollar aus führte früher zu einem Gewinnwachstum der Minen von rund 30 Prozent. Von den aktuellen Niveaus aus liefert derselbe Preisanstieg jedoch nur noch etwa 13 Prozent Gewinnzuwachs. Die meisten großen Goldproduzenten werden damit faktisch zu linearen Stellvertretern für das Edelmetall selbst.

Drei Szenarien für die Preisentwicklung

Das Basisszenario von SBG Securities geht von drei Zinssenkungen der US-Notenbank aus, was Gold bis Jahresende auf 7.000 Dollar treiben könnte. Bei einer noch taubenhafteren Fed wäre sogar die 10.000-Dollar-Marke erreichbar. Derzeit preisen die Märkte lediglich zwei Zinssenkungen ein. Hammond hält allerdings unveränderte Zinssätze für das "umsichtigere" Ergebnis.

Ein schwächerer Dollar schlägt sich bereits in der US-Inflation nieder und könnte durch höhere Energiepreise zusätzlich befeuert werden. Der Analyst zeigt sich "konstruktiv zu Öl", was die Inflation weiter anheizen könnte. Genau dieses Szenario birgt jedoch Risiken für Gold, falls die Preise den fundamentalen Werten zu weit vorauslaufen.

Zentralbanken als stabiler Nachfragefaktor

Die weltweiten Goldreserven der Zentralbanken stiegen im November um weitere 45 Tonnen. Besonders aktiv zeigt sich die Chinesische Volksbank, die im vergangenen Jahr jeden Monat Gold zukaufte. Die offiziellen chinesischen Goldbestände kletterten bis Ende des dritten Quartals 2025 auf einen Rekordwert von 2.304 Tonnen und machen nun 8,5 Prozent der gesamten Reserven aus.

Auch die Investitionsflüsse entwickeln sich positiv. Gold-ETFs fügten im Jahr 2025 etwa 16 Millionen Unzen hinzu, während die spekulative Positionierung an der COMEX zunehmend bullisch wurde. Die Netto-Long-Position stieg zum Jahresende hin stark an.

Risiken im Minensektor nehmen zu

Trotz der positiven Aussichten für das Edelmetall bleibt Hammond neutral gegenüber Goldaktien. Kosteninflation, Kapitalausgaben die über der Inflation liegen, verstärkte M&A-Aktivität und wachsender Ressourcennationalismus erhöhen die Risiken im gesamten Sektor. Minenbetreiber mit höheren Kosten wie Harmony Gold und Sibanye Stillwater behalten zwar relativ mehr Hebelwirkung, doch die strukturellen Herausforderungen bleiben bestehen.

Das größte Risiko sieht der Analyst in einer kurzfristigen Verwerfung: Gold könnte durch politischen Druck für Zinssenkungen nach oben getrieben werden, während die Fed vorsichtiger bleibt als erwartet. Eine scharfe Korrektur erwartet Hammond jedoch selbst in diesem Szenario nicht, da die Inflation strukturell unterstützend für das Edelmetall wirke.

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