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Goldpreis in enger Spanne vor Trumps Iran-Ultimatum heute Abend

Händler meiden große Positionen, während Trumps Frist für ein Iran-Abkommen um 20:00 Uhr ET abläuft.

Goldpreis in enger Spanne vor Trumps Iran-Ultimatum heute Abend

Der Goldpreis bewegt sich am Dienstag in einer engen Handelsspanne seitwärts. Händler warten auf den Ablauf von Präsident Donald Trumps selbst gesetzter Frist für ein Abkommen mit dem Iran – heute Abend um 20:00 Uhr Ortszeit Washington. Die Märkte zeigen sich vorsichtig optimistisch, dass eine Einigung die weitere Zerstörung ziviler Infrastruktur in der Golfregion abwenden könnte.

Die aktuelle Seitwärtsbewegung folgt auf einen Goldgewinn von rund 4 % in der Vorwoche. Ein starker US-Arbeitsmarktbericht hatte am Freitag jedoch für einen Rücksetzer gesorgt. Angesichts der nahenden Deadline sind Händler nicht bereit, bedeutende neue Positionen einzugehen.

Trumps Ultimatum verschärft die Lage

Trump hatte die Rhetorik zuletzt deutlich verschärft und gewarnt, dass der Iran bis zum Ablauf der Frist ein Abkommen schließen müsse – andernfalls werde, in seinen Worten, „die Hölle über sie hereinbrechen". Der US-Präsident erklärte, das US-Militär könnte „jede Brücke im Iran" zerstören und auch Kraftwerke angreifen, sollte keine Einigung erzielt werden.

Am Montag betonte Trump zudem, dass die freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus Teil jeder Vereinbarung sein müsse. Dies stellt eine Abkehr von seiner früheren Haltung dar, wonach er bereit gewesen wäre, sich aus dem Iran zurückzuziehen, selbst wenn die wichtige Schifffahrtsroute geschlossen bliebe. „Wir müssen ein Abkommen haben, das für mich akzeptabel ist, und Teil dieses Abkommens wird sein, dass wir den freien Verkehr von Öl und allem anderen wollen", sagte Trump.

Der Krieg im Nahen Osten dauert bereits seit sechs Wochen an. Bislang gibt es kaum Anzeichen dafür, dass der Iran zu einem Rückzug bereit ist oder dass die Straße von Hormus in absehbarer Zeit wieder geöffnet wird.

Gold zwischen sicherem Hafen und Zinsdruck

Der Goldpreis befindet sich derzeit in einer Zwickmühle. Einerseits sorgen Zuflüsse in sichere Häfen für Unterstützung, andererseits üben ein stärkerer US-Dollar und steigende Anleiherenditen – bedingt durch den Ölpreisanstieg – Druck auf das Edelmetall aus. Sollte Brent-Öl über 110 US-Dollar bleiben oder weiter steigen, könnte Gold zur Wochenmitte erneut unter Druck geraten.

Der scharfe Ausverkauf im März spiegelte eine breitere Neubewertung der Markterwartungen wider. Der Iran-Konflikt trieb den Ölpreis über 100 US-Dollar, was Inflationssorgen schürte und sowohl den US-Dollar als auch die Anleiherenditen nach oben trieb. Diese Kombination hat sich für Gold als toxisch erwiesen, da die Aussicht auf eine erneute Straffung durch die Zentralbanken die traditionelle Nachfrage nach sicheren Häfen überwog.

Kommt es heute Abend zu keiner Einigung, dürfte dies die Risikobereitschaft niedrig halten – was die Aktienmärkte belasten und das positiv korrelierte Gold bremsen würde. Das Metall steht damit auf einem weniger stabilen Fundament als noch zu Beginn des Jahres.

Technische Analyse: Schlüsselniveaus im Blick

Aus technischer Sicht befindet sich Gold innerhalb einer Handelsspanne – die Preise liegen unter dem exponentiellen 21-Tage-Durchschnitt, aber über dem einfachen 200-Tage-Durchschnitt. Die wichtigsten Niveaus im Überblick:

Unterstützung:

$4.580–$4.600, darunter $4.500

Schlüsselunterstützung:

$4.400 – Tiefststände von Anfang Februar, kurzzeitig im März unterschritten

Unmittelbarer Widerstand:

$4.800

Nächster Widerstand:

$4.900

Hauptwiderstand:

$5.000 – psychologisch wichtige Marke, an der der Ausverkauf am 18. März begann

Sollte der Verkaufsdruck zunehmen und das Niveau von $4.400 nachhaltig unterschritten werden, könnte dies eine Bewegung zurück in Richtung der März-Tiefs knapp unter $4.100 einleiten. Das nächste große Abwärtsziel wäre dann die psychologische Marke von $4.000.

Ausblick hängt vom Nahen Osten ab

Der fundamentale Ausblick für Gold hängt stark von der weiteren Entwicklung im Nahen Osten ab. Eine Deeskalation, die die Ölpreise sinken lässt, könnte Inflationsängste lindern und den Druck auf die Zentralbanken verringern, ihre restriktive Geldpolitik beizubehalten – was Gold voraussichtlich stützen würde.

Sollten die Spannungen jedoch anhalten und die Energiepreise hoch bleiben, könnte das Risiko längerfristig höherer Zinsen das Aufwärtspotenzial weiterhin begrenzen. Die Abwärtsrisiken dürften dennoch begrenzt bleiben: Inflationsunsicherheit und geopolitische Fragilität stützen die Nachfrage, insbesondere bei Anlegern, die Schutz vor Währungsabwertung suchen. Zudem bleiben die Käufe der Zentralbanken eine wichtige strukturelle Säule für den Goldmarkt.

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