Goldpreis gibt nach – Iran-Gespräche und Fed-Nachfolge belasten
Unsicherheit über US-Iran-Friedensgespräche und die Senatsanhörung zu Kevin Warsh drücken den Goldpreis leicht ins Minus.

Die Goldpreise gaben am Dienstag im asiatischen Handel leicht nach. Der Spot-Goldpreis sank um 0,6 Prozent auf 4.790,05 US-Dollar je Unze, während Gold-Futures um 0,4 Prozent auf 4.808,29 US-Dollar pro Unze fielen. Zwei Faktoren dominierten das Marktgeschehen: die ungewisse Zukunft der US-Iran-Friedensgespräche sowie die Bestätigungsanhörung von Kevin Warsh als möglichem neuen Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve.
Auch andere Edelmetalle standen unter Druck. Der Spot-Silberpreis sank um 0,8 Prozent auf 79,08 US-Dollar pro Unze, Spot-Platin gab um 0,3 Prozent auf 2.085,07 US-Dollar nach. Gold bewegt sich damit weiterhin in einer engen Handelsspanne, die bereits seit über zwei Wochen anhält – der Spot-Preis kämpft darum, aus dem Bereich zwischen 4.700 und 4.900 US-Dollar pro Unze auszubrechen.
Iran-Krieg überschattet die Safe-Haven-Nachfrage
Seit Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran entwickelt sich Gold unterdurchschnittlich. Normalerweise profitiert das Edelmetall in geopolitischen Krisen von seiner Rolle als sicherer Hafen. Diesmal jedoch überlagern Sorgen über die inflationären Auswirkungen des Krieges die klassische Nachfrage nach Sicherheit.
Die Zukunft des Konflikts bleibt ungewiss. Widersprüchliche Signale bestimmen das Bild: US-Präsident Donald Trump bestätigte, dass eine Delegation unter Führung von Vizepräsident JD Vance diese Woche für weitere Gespräche nach Pakistan reisen wird. Iranische Regierungsvertreter erklärten hingegen, Gespräche erschienen unwahrscheinlich, solange die USA ihre Seeblockade gegen den Iran aufrechterhalten. Berichte deuten jedoch darauf hin, dass Teheran gegenüber regionalen Vermittlern bestätigt hat, eine eigene Delegation nach Islamabad zu entsenden.
Ein fragiler Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran läuft an diesem Mittwoch aus. Trump signalisierte, dass eine Verlängerung des Abkommens unwahrscheinlich erscheine. Zusätzliche Unruhe entstand, nachdem die USA am Wochenende ein unter iranischer Flagge fahrendes Schiff beschossen und gekapert hatten.
Warsh-Anhörung im US-Senat rückt in den Fokus
Neben dem Nahost-Konflikt richtet sich der Blick der Märkte auf die Bestätigungsanhörung von Kevin Warsh, Trumps Nominierten für den Posten des Fed-Vorsitzenden. Warsh sagte um 10:00 Uhr ET (14:00 Uhr GMT) vor dem Bankenausschuss des Senats aus. Ein zentraler Punkt der Anhörung ist seine Unabhängigkeit von Trump, der beständig niedrigere Zinssätze fordert.
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Zur AktienanalyseDie Nominierung von Warsh wurde von den Märkten als weniger „taubenhaft" (dovish) eingestuft, als erwartet. Zwar hat Warsh Unterstützung für niedrigere Zinsen signalisiert, kritisierte in der Vergangenheit jedoch die Wertpapierkäufe der Fed und plädierte für eine schlankere Notenbankbilanz. In seinen vorbereiteten Bemerkungen für die Anhörung betonte Warsh die Unabhängigkeit der Fed von politischer Einflussnahme, hob aber auch hervor, dass die Zentralbank auf ihre primären Ziele fokussiert bleiben solle.
Gold und andere Edelmetalle waren nach Warshs Nominierung Ende Januar von ihren Rekordhochs eingebrochen. Eine rasche Bestätigung als Fed-Vorsitzender gilt als unwahrscheinlich – obwohl die Amtszeit des amtierenden Vorsitzenden Jerome Powell am 15. Mai endet. Mehrere führende Gesetzgeber haben Powell aufgefordert, im Amt zu bleiben, bis die Trump-Administration eine Untersuchung gegen Powell und die Fed wegen Korruptionsvorwürfen bei einem Renovierungsprojekt einstellt. Diese Untersuchung wurde von Beobachtern weithin als Versuch gewertet, Druck auf die unabhängige Zentralbank auszuüben.


