Goldpreis fällt um über 2 Prozent – Starker Dollar belastet
Dünne Liquidität wegen Feiertagen in Asien und USA verstärkt Abwärtsdruck auf Edelmetalle.

Der Goldpreis ist am Dienstag deutlich unter Druck geraten. Bis 06:22 Uhr GMT sank der Spotpreis um 1,9 Prozent auf 4.898,53 US-Dollar je Unze. Zwischenzeitlich markierte das Edelmetall mit 4.862 Dollar den niedrigsten Stand seit über einer Woche. US-Gold-Futures für die April-Lieferung verbilligten sich sogar um 2,6 Prozent auf 4.917,70 Dollar je Unze.
Als Hauptursache für den Preisverfall identifizieren Marktbeobachter die extrem dünne Liquidität. "Die geringe Liquidität aufgrund der Feiertage in den letzten 24 Stunden, insbesondere in China und Asien, aber offensichtlich auch in den Vereinigten Staaten, bedeutete, dass es dem Markt schlichtweg an Nachfrage fehlte", erklärt Kyle Rodda, Senior Marktanalyst bei Capital.com. Die Märkte in Festlandchina, Hongkong, Singapur, Taiwan und Südkorea blieben wegen der Neujahrsfeiertage geschlossen. In den USA fand am Montag aufgrund des Presidents' Day kein Handel statt.
Zusätzlich belastete ein festerer US-Dollar das in Greenback denominierte Edelmetall. Der Dollar-Index legte gegenüber einem Währungskorb um 0,2 Prozent zu, was Gold für Käufer mit anderen Währungen verteuerte. Anleger richten ihren Blick nun auf das am Mittwoch erscheinende Protokoll der Januar-Sitzung der Federal Reserve, das weitere Hinweise zur künftigen Geldpolitik liefern könnte.
Zinssenkungen im Fokus
Laut dem FedWatch-Tool der CME Group erwartet der Markt derzeit drei Zinssenkungen für dieses Jahr, wobei die erste im Juni erfolgen soll. "Es wird nun interessant sein zu sehen, was das FOMC-Protokoll aussagt, da die Märkte derzeit wesentlich mehr Zinssenkungen erwarten, als die Fed in Aussicht gestellt hat", betont Ilya Spivak, Leiter Global Macro bei Tastylive. Für das unverzinste Gold sind niedrigere Zinsen grundsätzlich positiv, da die Opportunitätskosten sinken.
An der geopolitischen Front kündigte US-Präsident Donald Trump an, am Dienstag "indirekt" an den US-iranischen Atomgesprächen in Genf beteiligt zu sein. Parallel treffen sich dort ukrainische und russische Vertreter zu von den USA vermittelten Friedensgesprächen. Diese Entwicklungen könnten die Risikobereitschaft der Anleger beeinflussen.
Silber und Platin unter Druck
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Zur AktienanalyseSpivak sieht die unmittelbare Obergrenze der Handelsspanne für Gold bei etwa 5.120 Dollar. "Das nächste wirkliche Ziel ist die Rückkehr zu den Höchstständen bei etwa 5.600 Dollar, bevor wir natürlich Kurs auf Rekordhochs nehmen", so der Analyst.
Auch andere Edelmetalle gerieten unter Verkaufsdruck. Der Silber-Spotpreis fiel um 2,8 Prozent auf 74,46 Dollar je Unze, nachdem er zwischenzeitlich über 5 Prozent nachgegeben hatte. Platin verbilligte sich um 2 Prozent auf 2.000,27 Dollar je Unze, während Palladium 2,4 Prozent auf 1.682,23 Dollar verlor. Die breite Schwäche im Edelmetallsektor unterstreicht die Dominanz des starken Dollars und der reduzierten Handelsaktivität.


