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Goldpreis fällt auf Zweimonatstief – Iran-Konflikt belastet Edelmetall

Neue US-Iran-Luftangriffe treiben Öl und Dollar nach oben, während Gold aus seiner Handelsspanne nach unten ausbricht.

Goldpreis fällt auf Zweimonatstief – Iran-Konflikt belastet Edelmetall

Die Goldpreise sind am Donnerstag im asiatischen Handel deutlich unter Druck geraten. Der Kassapreis für Gold sank um 1,4 % auf 4.392,86 US-Dollar pro Unze, während Gold-Futures um 1,3 % auf 4.422,76 US-Dollar nachgaben. Damit markierte das Edelmetall ein Zweimonatstief und brach aus der Handelsspanne zwischen 4.400 und 4.600 US-Dollar aus, in der es sich seit Mitte Mai bewegt hatte.

Auslöser des Kursrückgangs waren erneute offene Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran. In den frühen Morgenstunden des Donnerstags lieferten sich beide Seiten Luftangriffe: Der Iran attackierte einen US-Stützpunkt in Kuwait als Vergeltung für Angriffe auf einen Standort im Süden des Irans. US-Vertreter bezeichneten die amerikanischen Gegenschläge als „defensiv" und betonten, der Waffenstillstand von Anfang April sei weiterhin in Kraft.

Ölpreise und Dollar profitieren vom Konflikt

Während Gold unter Druck geriet, profitierten andere Märkte von den Spannungen. Die Ölpreise sprangen nach den Angriffen um rund 4 % nach oben, und der US-Dollar erreichte ein Fast-Zweimonatshoch. Die erneuten Feindseligkeiten dämpften die Erwartungen an ein baldiges Friedensabkommen erheblich.

Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öltransporte weltweit. US-Präsident Donald Trump wies am Mittwoch Berichte über ein Rahmenabkommen zur Wiederöffnung der Meerenge innerhalb von 30 Tagen zurück. Er lehnte zudem die Vorstellung ab, dass der Iran und der Oman die Durchfahrt durch Hormus kontrollieren könnten. Das US-Finanzministerium sanktionierte am späten Mittwoch zusätzlich eine iranische Einheit, die gegründet worden war, um potenziell Gebühren für die Passage durch Hormus zu erheben.

Berichte der vergangenen Wochen zeigten zwar einen stetigen Fluss von Öltankern durch die Straße von Hormus, doch blieben die Ölströme durch die Passage weiterhin nur ein Bruchteil ihres Niveaus von vor dem Krieg.

Zinsspekulationen belasten Gold zusätzlich

Neben dem geopolitischen Druck belastet auch die Zinsperspektive das Edelmetall. Sorgen über die inflationären Auswirkungen des Iran-Krieges schüren Wetten darauf, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen entweder unverändert lässt oder sie im weiteren Jahresverlauf sogar anheben wird. Gold entwickelt sich in einem Hochzinsumfeld typischerweise schwach, da das Edelmetall keine laufenden Erträge abwirft und damit gegenüber verzinsten Anlagen an Attraktivität verliert.

Die Angst vor höherer Inflation und steigenden Zinsen überschattet seit Beginn des Konflikts die Attraktivität von Gold als sicherem Hafen. Seit März wird das gelbe Metall daher fast wie ein risikogesteuerter Vermögenswert gehandelt – ein ungewöhnliches Muster für das traditionell als Krisenabsicherung bekannte Edelmetall.

Am Donnerstag rücken zudem die US-PCE-Preisindexdaten für April in den Fokus. Der PCE-Index ist das bevorzugte Inflationsmaß der Federal Reserve. Insbesondere die Kernrate soll weiteren Aufschluss über die US-Inflation angesichts steigender Energiekosten geben und dürfte die Zinssatzerwartungen maßgeblich beeinflussen.

Alle Edelmetalle unter Druck

Der Abwärtsdruck beschränkte sich nicht auf Gold allein. Auch andere Edelmetalle verzeichneten deutliche Kursverluste: Silber verbilligte sich um 1,9 % auf 73,2985 US-Dollar pro Unze, während Platin um 1,6 % auf 1.899,42 US-Dollar pro Unze fiel. Das Bild am Edelmetallmarkt war damit einheitlich negativ – ein Zeichen dafür, dass strukturelle Faktoren wie Zinsspekulationen und ein starker Dollar den gesamten Sektor belasteten.

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