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Goldpreis fällt auf 11-Wochen-Tief wegen Fed-Zinssorgen

Starke US-Jobdaten und eskalierende Spannungen im Nahen Osten setzen Gold unter Druck – Ölpreise steigen um fast 5 Prozent.

Goldpreis fällt auf 11-Wochen-Tief wegen Fed-Zinssorgen

Die Goldpreise haben am Montag ihre Verluste ausgeweitet und den tiefsten Stand seit elf Wochen erreicht. Der Spot-Goldpreis fiel um 0,8 Prozent auf 4.296,08 US-Dollar pro Unze – der niedrigste Wert seit dem 23. März. Die US-Gold-Futures für die August-Lieferung gaben sogar um 1 Prozent auf 4.322,60 US-Dollar pro Unze nach.

Ausgelöst wurde der Rückgang maßgeblich durch robuste US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag, die das Edelmetall bereits um mehr als 3 Prozent belasteten. Die US-Wirtschaft schuf im Mai 172.000 neue Stellen – deutlich mehr als von Ökonomen erwartet. Die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 4,3 Prozent.

Zinswende rückt in weite Ferne

Diese starken Daten veranlassten Händler, ihre Erwartungen für eine baldige Zinssenkung der US-Notenbank Federal Reserve deutlich zurückzuschrauben. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar und treiben die Renditen von Staatsanleihen nach oben – beides macht unverzinste Anlagen wie Gold weniger attraktiv. Der US-Dollar-Index notierte im asiatischen Handel am Montag weitgehend unverändert, nachdem er in der vorangegangenen Sitzung auf ein Zweimonatshoch gestiegen war.

Die Analysten der niederländischen Bank ING kommentierten die Lage in einer aktuellen Mitteilung: „Trotz der fehlenden einheitlichen Botschaft in den Arbeitsmarktdaten ist eine Zinserhöhung bei der FOMC-Sitzung im Dezember nun vollständig eingepreist." Dies signalisiert, dass der Markt nicht mehr mit einer Lockerung der Geldpolitik rechnet, sondern sogar eine weitere Straffung für möglich hält.

Nahost-Konflikt schürt Inflationssorgen

Zusätzlichen Druck erzeugte die Eskalation im Nahen Osten. Israel gab am Montag bekannt, militärische Ziele im Westen und Zentrum Irans sowie eine petrochemische Anlage in der Nähe von Mahshahr angegriffen zu haben. Dieser Angriff auf die iranische Energieinfrastruktur stellt einen bedeutenden Schritt seit dem im April vereinbarten Waffenstillstand dar. Vorausgegangen waren mehrere iranische Raketensalven auf Israel als Reaktion auf einen israelischen Schlag am Rande von Beirut.

Die geopolitische Eskalation ließ die Ölpreise am Montag um fast 5 Prozent ansteigen. Dies verstärkte die Sorgen, dass höhere Energiekosten die globalen Inflationsaussichten weiter verkomplizieren könnten. Für Gold entstand damit ein Dilemma: Obwohl das Edelmetall traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten gilt, überwog der Druck durch den festeren Dollar und die Erwartungen einer restriktiveren Fed-Politik.

Auch andere Edelmetalle unter Druck

Der Abwärtstrend beschränkte sich nicht auf Gold allein. Silber verlor 1,2 Prozent und fiel auf 677,00 US-Dollar pro Unze. Platin gab um 0,9 Prozent auf 1.764,58 US-Dollar pro Unze nach. Bei den Industriemetallen zeigte sich ein gemischtes Bild: Die Benchmark-Kupfer-Futures an der London Metal Exchange stiegen leicht um 0,3 Prozent auf 13.543,33 US-Dollar pro Tonne, während die US-Kupfer-Futures um 0,1 Prozent auf 6,28 US-Dollar pro Pfund nachgaben.

Für deutsche Anleger bleibt die Situation bei Gold damit angespannt. Solange die Fed keine klaren Signale für Zinssenkungen sendet und geopolitische Risiken die Energiepreise und damit die Inflation antreiben, dürfte das Edelmetall weiter unter Druck stehen. Die Kombination aus starkem Dollar, hohen Anleiherenditen und Inflationssorgen bildet ein schwieriges Umfeld für Gold als Anlageklasse.

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