Goldpreis fällt 25 Prozent vom Rekordhoch – Anleger grübeln
Nach einem historischen Hoch von über 5.000 Dollar je Feinunze verliert Gold deutlich an Wert – und bringt Investoren ins Grübeln.

Gold hat in diesem Jahr eine bemerkenswerte Achterbahnfahrt hinter sich. Anfang des Jahres kletterte der Goldpreis auf ein beispielloses Rekordhoch von 5.318 Dollar pro Feinunze – ein Niveau, das viele Anleger zum Nachdenken brachte. Seitdem hat das Edelmetall jedoch rund 25 Prozent seines Wertes eingebüßt und notiert aktuell bei etwa 3.997 Dollar je Feinunze.
Einer, der die Gunst der Stunde genutzt hat, ist Stu Bradley. Der 83-jährige Finanzberater im Ruhestand aus Michigan verkaufte einen Teil seiner Goldbestände nahe dem Rekordhoch – und ist heute froh darüber. „Es ist eine dieser Sachen. Man sagt sich: ‚Gott, soll ich das ganze Geld einfach behalten? Es läuft so gut.' Aber dann sagt man sich: ‚Nein, ich habe das schon einmal erlebt'", erklärte Bradley. Er hält nach wie vor rund 10 Prozent seines Portfolios in Gold und Silber.
Scharfer Rückgang nach geopolitischen Ereignissen
Besonders deutlich war der jüngste Kursrückgang am Montag: Gold verlor an einem einzigen Handelstag 2,6 Prozent, nachdem sich die USA und der Iran am Wochenende eine neue Runde von Angriffen geliefert hatten. Gleichzeitig legten die Ölpreise zu, und der technologielastige Nasdaq Composite fiel um rund 1,6 Prozent. Die Märkte reagierten damit auf eine erneute Eskalation der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten.
Auch der größte Gold-ETF der Welt, der GLD, spiegelt die Schwäche des Edelmetalls wider. Er liegt derzeit etwa 26 Prozent unter seinem Allzeitschlusshoch vom Januar. Für Anleger, die über börsengehandelte Fonds in Gold investiert sind, bedeutet das erhebliche Buchverluste gegenüber dem Jahreshöchststand.
Noch deutlicher trifft es Silber-Investoren. Das Edelmetall, das ebenfalls als sicherer Hafen gilt, aber tendenziell volatiler ist, hat seit seinem Rekordhoch von 115 Dollar pro Feinunze zu Jahresbeginn satte 50 Prozent verloren. Damit hat Silber seinen Höchstwert halbiert – ein drastischer Einbruch, der die höhere Schwankungsanfälligkeit des Metalls im Vergleich zu Gold unterstreicht.
Zinspolitik der Fed als zusätzlicher Belastungsfaktor
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Zur AktienanalyseNeben den geopolitischen Risiken belasten auch geldpolitische Sorgen den Goldmarkt. Anleger befürchten, dass der Konflikt mit dem Iran die Energiepreise und damit die Inflation weiter in die Höhe treiben könnte. Eine anhaltend hohe Inflation würde die US-Notenbank Federal Reserve dazu veranlassen, die Zinsen auf einem erhöhten Niveau zu belassen. Hohe Zinsen gelten traditionell als Belastung für Gold, da das Edelmetall selbst keine Zinsen oder Dividenden abwirft und damit gegenüber verzinslichen Anlagen an Attraktivität verliert.
Für deutsche Privatanleger, die Gold als Absicherung gegen Krisen und Inflation im Portfolio halten, verdeutlicht die aktuelle Entwicklung ein bekanntes Dilemma: Edelmetalle können in turbulenten Zeiten stark steigen, sind aber auch erheblichen Rückschlägen ausgesetzt. Die Geschichte von Stu Bradley zeigt, dass diszipliniertes Gewinnmitnahmen – auch wenn es schwerfällt – eine bewährte Strategie sein kann.


