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Goldpreis erholt sich vom Achtmonatstief vor US-Arbeitsmarktdaten

Gold steigt um 0,3 Prozent, doch Zinssorgen und Fed-Chef Warsh bremsen die Erholung spürbar.

Goldpreis erholt sich vom Achtmonatstief vor US-Arbeitsmarktdaten

Die Goldpreise haben sich am Donnerstag weiter von ihrem jüngsten Achtmonatstief erholt. Der Kassapreis für Gold stieg bis 20:40 Uhr ET um 0,3 Prozent auf 4.043,23 US-Dollar je Unze. Gold-Futures legten um 0,7 Prozent auf 4.054,67 US-Dollar pro Unze zu.

Die Erholung wird von Schnäppchenkäufern getragen, nachdem das Edelmetall im Juni-Quartal den schlechtesten Quartalsrückgang seit 13 Jahren verbucht hatte. Die Gewinne bleiben jedoch begrenzt, da die Sorge vor weiter steigenden Zinssätzen die Stimmung am Goldmarkt belastet.

Andere Edelmetalle ebenfalls im Plus

Auch Silber und Platin profitierten von der Erholungsbewegung. Der Silberpreis stieg um 1,3 Prozent auf 59,8790 US-Dollar pro Unze, während Platin um 2,1 Prozent auf 1.613,33 US-Dollar zulegte. Beide Metalle hatten im Juni-Quartal ebenfalls erhebliche Verluste hinnehmen müssen.

Fed-Chef Warsh sendet restriktive Signale

Federal-Reserve-Vorsitzender Kevin Warsh sorgte am Mittwoch mit klaren Aussagen für Aufsehen. Er betonte, dass die Zentralbank ihr Inflationsziel von 2 Prozent konsequent verfolgen werde und all jene enttäuschen werde, die auf eine lockere Geldpolitik hoffen. Zwar lehnte Warsh es weitgehend ab, konkrete Zinspläne zu kommentieren, merkte jedoch an, dass sich die Inflationsaussichten seit seinem Amtsantritt etwas verbessert hätten.

Diese restriktiven Aussagen stärkten den US-Dollar über Nacht und hielten ihn in der Nähe seiner jüngsten 13-Monats-Hochs. Für Goldanleger ist ein starker Dollar eine doppelte Belastung: Er verteuert das in Dollar notierte Edelmetall für internationale Käufer und signalisiert gleichzeitig eine straffere Geldpolitik.

Die Märkte preisen für das Jahr 2026 mindestens eine Zinserhöhung durch die Fed ein. Hintergrund ist die anhaltende Sorge vor hartnäckiger US-Inflation, die zuletzt durch hohe Energiepreise befeuert wurde. Obwohl sich die Energiepreise seither etwas abgekühlt haben, bleibt die Nervosität an den Märkten hoch – steigende Chippreise gelten als weiteres Risiko für den Preisdruck.

Warum hohe Zinsen Gold belasten

Für Anleger ist der Zusammenhang zwischen Zinsen und Goldpreis zentral: Höhere Zinsen erhöhen die sogenannten Opportunitätskosten für Investitionen in unverzinste Anlagen wie Gold. Wer sein Kapital in verzinsliche Anleihen oder Festgeld stecken kann, hat weniger Anreiz, in das Edelmetall zu investieren. Diese Dynamik hat Gold in diesem Jahr erheblich belastet und das Metall von seinen Rekordhochs im Januar nach unten gedrückt – die Gewinne seit Jahresbeginn wurden damit vollständig zunichte gemacht.

Nonfarm Payrolls als nächster Kurstreiber

Im Fokus der Märkte stehen nun die US-Arbeitsmarktdaten für Juni, die noch am Donnerstag veröffentlicht werden. Die sogenannten Nonfarm Payrolls – die Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft – gelten neben der Inflation als einer der wichtigsten Faktoren für die Zinsentscheidungen der Fed. Analysten erwarten eine gewisse Abkühlung des Beschäftigungswachstums.

Allerdings haben die Nonfarm Payrolls in den vergangenen drei Monaten durchweg positiv überrascht. Ein starker Arbeitsmarkt würde der Fed mehr Spielraum für weitere Zinserhöhungen verschaffen und damit erneut Druck auf den Goldpreis ausüben. Bereits am Mittwoch fielen die Daten zu den privaten Beschäftigtenzahlen für Juni schwächer aus als erwartet – ein erstes Indiz, das die Hoffnung auf eine Abkühlung nährt.

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