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Goldman Sachs zahlt 500 Millionen Dollar im 1MDB-Aktionärsstreit

Die Wall-Street-Bank einigt sich mit Aktionären, die ihr vorwarfen, sie über die Rolle im malaysischen Korruptionsskandal getäuscht zu haben.

Goldman Sachs zahlt 500 Millionen Dollar im 1MDB-Aktionärsstreit

Goldman Sachs hat sich zur Zahlung von 500 Millionen US-Dollar bereit erklärt, um eine Sammelklage von Aktionären beizulegen. Den Anlegern zufolge hatte die Bank sie über ihre Beteiligung am malaysischen Staatsfonds 1MDB getäuscht, der in einen der größten Korruptionsskandale der jüngeren Finanzgeschichte verwickelt war. Anwälte der Klägerseite, angeführt vom schwedischen Pensionsfonds Sjunde AP-Fonden, legten den Vergleichsbetrag am Mittwoch in einem Schriftsatz beim Bundesgericht in Manhattan offen.

Die Parteien hatten bereits im vergangenen Monat eine grundsätzliche Einigung bekanntgegeben, die konkreten Bedingungen jedoch zunächst nicht veröffentlicht. „Der Vergleich ist ein hervorragendes Ergebnis für die Klägergruppe", schrieben die Anwälte der Kläger in dem Schriftsatz. Ein Richter muss dem Vergleich noch zustimmen. Weder die Anwälte von Goldman Sachs noch ein Sprecher der Bank reagierten auf Anfragen für eine Stellungnahme.

Hintergrund: Der 1MDB-Skandal

Der malaysische Staatsfonds 1MDB wurde vom ehemaligen Premierminister Najib Razak zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes gegründet – unterstützt durch den malaysischen Finanzier Jho Low, der sich derzeit auf der Flucht befindet. US-amerikanische und malaysische Behörden stellten fest, dass insgesamt 4,5 Milliarden US-Dollar aus dem Fonds abgezweigt wurden. Ein Teil dieser Gelder wurde auf Offshore-Bankkonten und Briefkastenfirmen mit Verbindungen zu Low umgeleitet.

Goldman Sachs spielte dabei eine zentrale Rolle: Die Bank unterstützte 1MDB beim Verkauf von Anleihen im Wert von 6,5 Milliarden US-Dollar und kassierte dafür geschätzte Gebühren in Höhe von 600 Millionen US-Dollar. Die klagenden Aktionäre warfen der Bank vor, über ihre Rolle bei dem Betrug gelogen zu haben, während sie gleichzeitig wiederholt ihr angeblich robustes Risikomanagement anpries. Sie argumentierten, der Aktienkurs von Goldman sei eingebrochen, nachdem Anleger erkannt hatten, dass Goldman den Betrug „aktiv begünstigt – und kräftig daran verdient" hatte.

Milliardenschwere Folgen für Goldman Sachs

Der nun erzielte Aktionärsvergleich ist nicht die erste finanzielle Konsequenz für Goldman Sachs im Zusammenhang mit 1MDB. Bereits im Jahr 2020 stimmte die Bank der Zahlung von Strafen in Höhe von 2,9 Milliarden US-Dollar zu. Gleichzeitig räumte eine malaysische Tochtergesellschaft strafbares Fehlverhalten ein, um Ermittlungen des US-Justizministeriums und anderer Behörden beizulegen.

Das US-Strafverfahren gegen Goldman wurde im Mai 2024 von einem Richter in Brooklyn formell beendet, nachdem die Bank eine dreijährige Vereinbarung über den Aufschub der Strafverfolgung – ein sogenanntes Deferred Prosecution Agreement – erfüllt hatte. Auf persönlicher Ebene wurde ein Goldman-Banker wegen Beihilfe zur Plünderung von 1MDB verurteilt, ein weiterer bekannte sich schuldig.

Der nun offengelegte Vergleich über 500 Millionen Dollar markiert damit ein weiteres Kapitel in der juristischen Aufarbeitung eines Skandals, der Goldman Sachs über Jahre hinweg belastet und das Vertrauen in die Kontrollmechanismen großer Investmentbanken grundlegend erschüttert hat. Für deutsche Privatanleger, die in Goldman-Aktien investiert sind, verdeutlicht der Fall die erheblichen Rechts- und Reputationsrisiken, denen global agierende Finanzinstitute ausgesetzt sein können.

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