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Goldman Sachs warnt: US-Dieselvorräte auf niedrigstem Stand seit 2003

Die US-Dieselbestände könnten bis August eine kritische Schwelle erreichen – Goldman Sachs schlägt angesichts historischer Lagerrückgänge Alarm.

Goldman Sachs warnt: US-Dieselvorräte auf niedrigstem Stand seit 2003

Die Vereinigten Staaten stehen laut einer Einschätzung von Goldman Sachs vor einem ernsthaften Diesel-Engpass. Die US-Dieselvorräte befinden sich derzeit auf dem niedrigsten Stand seit dem Jahr 2003 – und die Lage könnte sich in den kommenden Wochen weiter verschärfen. Daan Struyven, Co-Leiter der globalen Rohstoffanalyse bei Goldman Sachs, warnte öffentlich vor den möglichen Folgen.

„Betrachtet man die letzten acht Wochen, so verzeichnen wir die historisch stärksten Rückgänge bei den US-Ölvorräten", sagte Struyven am Dienstag in der Bloomberg-Television-Sendung „Surveillance". Die Aussage unterstreicht die Dringlichkeit der Situation: Selten zuvor sind die amerikanischen Energiereserven in so kurzer Zeit so stark gesunken.

Kritische Schwelle von 20 Tagen Reichweite droht

Laut Goldman Sachs könnten die kommerziellen Diesellagerbestände bis August auf eine Reichweite von nur noch 20 Tagen fallen. Diese Marke gilt in der Energiebranche als kritische Untergrenze, unterhalb derer Versorgungsengpässe und Preissprünge wahrscheinlicher werden. Voraussetzung für dieses Szenario ist, dass die Lagerbestände im bisherigen Tempo weiter sinken.

Als wesentlicher Faktor für den Rückgang gilt die nahezu vollständige Sperrung der Straße von Hormus. Diese strategisch bedeutsame Meerenge im Persischen Golf ist eine der wichtigsten Transitrouten für Rohöl und Erdölprodukte weltweit. Eine Blockade oder starke Einschränkung des Schiffsverkehrs dort hat unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte – und damit auch auf die US-amerikanischen Lagerbestände.

Bedeutung für den globalen Energiemarkt

Für deutsche Anleger und Marktteilnehmer ist die Entwicklung in den USA von erheblicher Relevanz. Diesel ist nicht nur ein zentraler Kraftstoff für den Schwerlastverkehr und die Landwirtschaft, sondern auch ein wichtiger Indikator für die industrielle Aktivität einer Volkswirtschaft. Engpässe in den USA können über die globalen Rohstoffmärkte schnell auf Europa und Deutschland ausstrahlen.

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer. Rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls passieren diese Meerenge. Eine nahezu vollständige Sperrung dieser Route stellt daher ein erhebliches Risiko für die globale Energieversorgung dar.

Goldman Sachs gehört zu den einflussreichsten Stimmen im globalen Rohstoffmarkt. Die Warnungen des Analyseteams um Daan Struyven werden von institutionellen Investoren und Energiehändlern weltweit genau beobachtet. Ob die US-Regierung oder internationale Akteure auf die sich zuspitzende Lage reagieren werden, bleibt abzuwarten.

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