ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Goldman Sachs verschiebt Prognose für Golf-Ölexporte auf August

Die US-Investmentbank erwartet eine Normalisierung der Golfexporte erst Ende August – zwei Monate später als bisher angenommen.

Goldman Sachs verschiebt Prognose für Golf-Ölexporte auf August

Goldman Sachs hat seinen Zeitplan für eine Erholung der Ölexporte aus der Golfregion deutlich nach hinten verschoben. Statt einer Normalisierung bis Ende Juni rechnet die US-Investmentbank nun erst bis Ende August mit einer Rückkehr zu regulären Exportmengen. Die Brent-Preisprognose für das vierte Quartal 2026 beließ die Bank jedoch unverändert bei 90 US-Dollar pro Barrel.

Als Grund für die Verschiebung nennt Goldman Sachs ein geringer als erwartet ausgefallenes Versorgungsdefizit während der Störungen in der Straße von Hormus. Für das zweite Quartal 2026 schätzt die Bank ein Defizit von 5 bis 6 Millionen Barrel pro Tag (mb/d). Dieser Wert liegt deutlich unter dem tatsächlichen Rückgang der Flüssigproduktion im Nahen Osten von 14 bis 15 mb/d – abgefedert durch einen Nachfragerückgang von fast 5 mb/d sowie ein Überangebot von über 4 mb/d aus der Vorkriegszeit.

Die Brent-Futures am Spotmarkt sind seit ihrem Höchststand Ende März um rund 25 Prozent gefallen, obwohl die Ströme durch die Straße von Hormus weiterhin gering sind. Neben dem kleineren physischen Defizit haben auch eine moderatere Anlegerpositionierung und nachlassende Eskalationssorgen nach der Ankündigung eines Waffenstillstands zu diesem Rückgang beigetragen.

Normalisierung über alternative Exportrouten möglich

Goldman Sachs sieht einen Weg zur vollständigen Normalisierung der Golfexporte auf das Vorkriegsniveau von 23 mb/d, selbst wenn sich die Ströme durch Hormus nur auf 70 Prozent des früheren Niveaus erholen. Möglich sei dies durch bestehende Umleitungen über Yanbu, Fudschaira, den Golf von Oman und Ceyhan. „Wir sehen die Verfügbarkeit von Pipelinekapazitäten zum Abbau von zuvor produziertem Öl weiterhin als das entscheidende Hindernis für die Wiederaufnahme", schrieben die Ökonomen unter der Leitung von Daan Struyven. Die Verfügbarkeit von Arbeitskräften und Material sei hingegen kaum ein limitierender Faktor, da die Bohraktivitäten in der gesamten Region fortgesetzt werden.

Für das Jahr 2027 senkte Goldman seine durchschnittliche Brent-Prognose um 5 US-Dollar auf 80 Dollar je Barrel. Als Begründung nannte die Bank ein höheres Angebot und eine schwächere Nachfrage. Die Produktionsschätzungen wurden für die Vereinigten Arabischen Emirate – nach deren Austritt aus der OPEC – sowie für Brasilien, Guyana und Venezuela angehoben.

Chinas Elektrofahrzeug-Boom belastet Ölnachfrage

Auf der Nachfrageseite erwartet Goldman, dass sich der Großteil der aktuellen Schwäche nach der Wiedereröffnung umkehren wird. Dennoch geht die Bank davon aus, dass „etwas mehr als 10 Prozent der Nachfrageschwäche bestehen bleibt, da sich Chinas Umstieg auf Alternativen beschleunigt". Als Beleg verweist Goldman auf den sprunghaften Anstieg des Elektrofahrzeug-Anteils an den Pkw-Verkäufen in China – von 50 Prozent im Februar auf 62 Prozent im Mai.

Trotz einer prognostizierten Überschussmenge von 3,5 mb/d im Jahr 2027 erwarten die Ökonomen relativ stabile Preise. Die kommerziellen Lagerbestände der OECD dürften nach den starken Rückgängen im Jahr 2026 kein hohes Niveau erreichen. Zudem dürfte eine Risikoprämie für mögliche Versorgungsunterbrechungen die Preise nach unten absichern.

Szenarien reichen von 60 bis 140 Dollar je Barrel

Goldman Sachs skizziert dabei eine breite Spanne möglicher Preisentwicklungen. Im Negativszenario – falls sich die Exporte erst bis Ende Oktober normalisieren – sieht die Bank Brent im vierten Quartal bei durchschnittlich etwas über 110 Dollar. In einem extremen Negativszenario, in dem die Straße von Hormus bis Jahresende weitgehend geschlossen bleibt, könnte Brent im Jahr 2027 sogar auf 140 Dollar steigen.

Im optimistischen Szenario hingegen rechnet Goldman mit einem Brent-Preis von rund 70 Dollar im vierten Quartal und 60 Dollar im Jahr 2027 – vorausgesetzt, die Exporte normalisieren sich bis Ende Juli, die Nachfrageschwäche erweist sich als hartnäckiger und das Angebot fällt stärker als erwartet aus.

Goldman SachsÖlexporte GolfregionBrent Rohöl PrognoseStraße Von HormusÖlpreis 2026Opec ProduktionElektrofahrzeuge China Ölnachfrage

Disclaimer