Goldman Sachs und Citi erhöhen Ölpreisprognosen deutlich an
Nach dem Scheitern von Iran-Friedensgesprächen heben Goldman Sachs und Citigroup ihre Brent-Prognosen auf bis zu 90 Dollar an.

Goldman Sachs und die Citigroup haben ihre Preisprognosen für Rohöl deutlich nach oben korrigiert. Auslöser ist die Erklärung von US-Präsident Trump, keine amerikanischen Gesandten für Friedensgespräche mit dem Iran nach Pakistan zu entsenden. Damit rückt eine diplomatische Lösung des Konflikts in weite Ferne.
Die Folgen für den globalen Ölmarkt sind spürbar: Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus bleibt weiterhin gelähmt. Diese strategisch bedeutsame Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem offenen Meer und ist eine der wichtigsten Transitrouten für Rohöl weltweit. Störungen dort wirken sich unmittelbar auf das globale Ölangebot aus.
Goldman Sachs hebt Brent-Prognose auf 90 Dollar
Goldman Sachs prognostiziert nun, dass Brent-Rohöl-Futures im vierten Quartal einen Preis von 90 US-Dollar pro Barrel erreichen werden. Zuvor hatte die US-Investmentbank noch mit 80 Dollar pro Barrel gerechnet – eine Anhebung um satte 12,5 Prozent. Die Bank begründet die Revision damit, dass sich die Förderung im Persischen Golf langsamer als erwartet erholen werde.
Laut Goldman Sachs dürften sich die Ölexporte aus der Region erst Ende Juni wieder normalisieren. Das bedeutet, dass der Markt noch für mehrere Wochen mit einem eingeschränkten Angebot aus dem Persischen Golf rechnen muss. Auch die Citigroup hat ihre Schätzungen für Rohöl nach oben angepasst, wenngleich die genauen Zielmarken der Citi im Quellmaterial nicht separat ausgewiesen wurden.
Straße von Hormus als geopolitischer Brennpunkt
Die Straße von Hormus gilt als einer der sensibelsten Engpässe im globalen Energiehandel. Rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls passieren diese Meerenge täglich. Eine anhaltende Blockade oder Einschränkung des Schiffsverkehrs dort hat daher unmittelbare Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit in Europa und Asien – und damit auch auf die Energiepreise in Deutschland.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Anleger und Verbraucher ist die Entwicklung besonders relevant. Steigende Ölpreise wirken sich nicht nur auf die Spritpreise an der Tankstelle aus, sondern beeinflussen auch die Inflation und die Produktionskosten energieintensiver Industrien. Energieaktien und Rohstoffwerte könnten von der neuen Preisprognose profitieren, während die Gesamtwirtschaft unter höheren Energiekosten leiden könnte.
Die Revision der Prognosen durch zwei der weltweit einflussreichsten Investmentbanken sendet ein klares Signal an den Markt: Solange keine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt in Sicht ist und der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus beeinträchtigt bleibt, dürfte der Aufwärtsdruck auf die Ölpreise anhalten. Anleger beobachten die geopolitische Lage daher mit wachsender Aufmerksamkeit.


