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Goldman Sachs stuft Norsk Hydro auf „Buy" hoch – Kursziel fast verdoppelt

Goldman Sachs hebt Norsk Hydro von „Sell" auf „Buy" an und sieht Rückenwind durch Angebotsengpässe bei Aluminium-Veredelungsprodukten.

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Goldman Sachs stuft Norsk Hydro auf „Buy" hoch – Kursziel fast verdoppelt

Goldman Sachs hat Norsk Hydro in einem seltenen Doppel-Upgrade von „Sell" direkt auf „Buy" hochgestuft. Das Brokerhaus begründet die drastische Neubewertung mit verbesserten Gewinnprognosen und einem günstigeren Angebotsumfeld für Aluminium-Veredelungsprodukte. Gleichzeitig hob Goldman Sachs sein 12-Monats-Kursziel von 69 NOK auf 120 NOK an – nahezu eine Verdoppelung des bisherigen Zielpreises.

Die Aktie von Norsk Hydro reagierte prompt auf die Nachricht: Das Papier legte um rund 4,8 Prozent zu und erreichte damit die höchsten Stände der jüngsten Handelsperiode. Bereits in den Wochen zuvor hatte die Aktie im März und Anfang April stetig zugelegt.

Angebotsschock im Nahen Osten als Kurstreiber

Als zentrales Argument für die Hochstufung nennt Goldman Sachs einen drohenden Angebotsschock im Zusammenhang mit Störungen im Nahen Osten. Diese könnten die Verfügbarkeit von Aluminium-Veredelungsprodukten erheblich einschränken – Produkte, die in Schlüsselsektoren wie der Automobilindustrie und der Luft- und Raumfahrt unverzichtbar sind. Das Brokerhaus schätzt, dass die Störung rund 16 Prozent des Angebots an Aluminium-Veredelungsprodukten außerhalb Chinas vom Markt nehmen könnte.

Diese Entwicklung würde die Marktdynamik grundlegend verändern: von einer preisgesteuerten hin zu einer verfügbarkeitsgesteuerten Logik. Das bedeutet, dass nicht mehr allein der Preis, sondern zunehmend die schiere Verfügbarkeit der Produkte zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor wird – ein Szenario, das Produzenten mit gesicherter Lieferkette wie Norsk Hydro klar bevorzugt.

Norsk Hydro strategisch gut aufgestellt

Norsk Hydro gilt als einer der größten integrierten Aluminiumproduzenten Europas und ist nach Einschätzung von Goldman Sachs besonders gut positioniert, um von diesem Umfeld zu profitieren. Der Schlüssel liegt in der Produktionsstruktur: Rund 70 bis 75 Prozent der Produktion entfallen auf margenstärkere Veredelungsprodukte. Zudem werden etwa 60 Prozent der Erzeugnisse in Europa abgesetzt – einem Markt, der von den Angebotsengpässen besonders betroffen sein dürfte.

Goldman Sachs hebt in seiner Analyse auch die integrierten Geschäftsabläufe des Unternehmens, die etablierten Kundenbeziehungen sowie den geplanten Kapazitätsausbau hervor. Diese Faktoren könnten Norsk Hydro helfen, das aktuelle Marktumfeld besser zu meistern als die Konkurrenz.

Gewinnprognosen deutlich angehoben

Neben der strategischen Neubewertung hat Goldman Sachs auch seine Gewinnschätzungen substanziell erhöht. Für das Jahr 2026 erwartet das Brokerhaus nun einen Gewinn je Aktie von 9,47 NOK – ein deutlicher Anstieg gegenüber früheren Schätzungen. Als Treiber nennt Goldman Sachs höhere Aluminiumpreise sowie gestiegene Prämien im Downstream-Bereich.

Trotz des optimistischen Ausblicks weist Goldman Sachs auch auf bestehende Risiken hin. Dazu zählen schwächer als erwartet ausfallende Aluminiumpreise, Kosteninflation sowie eine anhaltende Nachfrageschwäche im Downstream-Segment. Die Nachfragebedingungen bleiben laut dem Brokerhaus insgesamt ungewiss – die Angebotsengpässe dürften jedoch die kurzfristige Gewinnentwicklung stützen.

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