Goldman Sachs sieht NZD/USD weiter unter Druck durch taubenhafte RBNZ
Goldman Sachs erwartet anhaltende Schwäche des Neuseeland-Dollars vor der nächsten geldpolitischen RBNZ-Sitzung.

Goldman Sachs erwartet eine anhaltende Schwäche des Neuseeland-Dollars (NZD). Hintergrund ist die taubenhafte Haltung der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) im Vorfeld ihrer kommenden geldpolitischen Sitzung. Diese Positionierung steht im klaren Gegensatz zu anderen G10-Zentralbanken, die auf aktuelle Ölpreisschocks eher restriktiv reagieren.
RBNZ-Gouverneur Breman machte in einer Rede vergangener Woche deutlich, dass die Zentralbank die Erstrundeneffekte des Ölpreisschocks „durchschauen" werde. Er begründete dies damit, dass die verbleibende wirtschaftliche Unterauslastung die Wahrscheinlichkeit verringere, dass sich kurzfristiger angebotsseitiger Preisdruck in der mittelfristigen Inflation verfestigt. Eine klare Botschaft: Die RBNZ sieht keinen unmittelbaren Handlungsbedarf für eine geldpolitische Straffung.
Inflation nahe Obergrenze, Arbeitsmarkt schwächelt
Die Gesamtinflation in Neuseeland lag zuletzt nahe 3 Prozent – und damit am oberen Ende des Zielbereichs der RBNZ. Gleichzeitig hat sich der neuseeländische Arbeitsmarkt unter allen G10-Volkswirtschaften am stärksten abgekühlt. Laut Goldman Sachs dürfte die RBNZ genau diesen Umstand betonen, um zu argumentieren, dass Zweitrundeneffekte der Inflation begrenzt bleiben – selbst wenn die Inflationsprognosen für das kommende Jahr steigen sollten.
Für Anleger bedeutet das: Die RBNZ dürfte vorerst keine aggressiven Zinserhöhungen signalisieren, was den Neuseeland-Dollar gegenüber dem US-Dollar strukturell schwächt. Goldman Sachs erwartet daher, dass der NZD mangels inländischer geldpolitischer Unterstützung weiterhin im Gleichschritt mit den US-Renditen gehandelt wird – steigen die amerikanischen Renditen, gerät der NZD unter Abwertungsdruck.
NZD anfällig für steigende Renditen und Wachstumsrisiken
Das Clustering-Framework von Goldman Sachs sowie jüngste Analysen zu Devisenreaktionen auf die Straffung der Finanzierungsbedingungen zeichnen ein klares Bild: Der Neuseeland-Dollar bleibt anfällig für höhere Renditen und Abwärtsrisiken beim globalen Wachstum. Die Währung steht zusätzlich unter Druck durch den anhaltenden Aufwärtstrend der Ölpreise – und das ungeachtet der inflationsgetriebenen Natur des Anstiegs der 10-jährigen US-Renditen.
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Zur AktienanalyseZwar zeigt der Markt bislang nur begrenzte Anzeichen dafür, dass ein größerer Einbruch des globalen Wachstums eingepreist wird. Dennoch sieht Goldman Sachs den NZD durch die Kombination aus steigenden Renditen und sich verschärfenden Finanzierungsbedingungen weiter unter Druck. Für den Devisenmarkt ist das eine wichtige Einschätzung: Der neuseeländische Dollar gilt als zyklische Währung, die besonders sensibel auf globale Risikoaversion und Wachstumserwartungen reagiert.
Für deutsche Privatanleger, die in Fremdwährungsanlagen oder entsprechende Fonds investiert sind, ist die Entwicklung des NZD/USD-Paares ein wichtiger Indikator. Ein schwächerer Neuseeland-Dollar kann Renditen aus NZD-denominierten Anlagen schmälern, wenn diese in Euro umgerechnet werden. Die bevorstehende RBNZ-Sitzung dürfte daher auch hierzulande aufmerksam verfolgt werden.


